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Ein humanes Europa ist möglich

von Bettina Röder vom 21.04.2015
Die Boote sind voll. Hilflos, in bedrückender Enge treiben die Menschen auf ihnen im Mittelmeer. Das ist für Tausende das Grab. Allein in der letzten Woche verloren 1300 ihr Leben. Immerhin bleibt die Katastrophe nicht mehr im Dunkeln. Sie ist so himmelschreiend, dass sie inzwischen die Medien beherrscht. Und es zeigt sich: In der Flüchtlingshilfe sind viele Bürger weiter als ihre Regierungen
April 2015, Flüchtling kentern auf dem Mittelmeer: Das es in diesem Fall einen fotografischen Beweis gibt, liegt an der Besatzung des Frachtschiffes "OOC Jaguar", das in unmittelbarer Nähe kreuzt. Die Schiffe der Reederei Opielok Offshore Carriers haben seit Dezember über 1500 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Sie handeln auch dieses Mal. Nur wenige Minuten später sind die ersten Schwimmer an Bord. (Foto: Opielok Offshore Carriers/dpa)
April 2015, Flüchtling kentern auf dem Mittelmeer: Das es in diesem Fall einen fotografischen Beweis gibt, liegt an der Besatzung des Frachtschiffes "OOC Jaguar", das in unmittelbarer Nähe kreuzt. Die Schiffe der Reederei Opielok Offshore Carriers haben seit Dezember über 1500 Menschen aus dem Mittelmeer gerettet. Sie handeln auch dieses Mal. Nur wenige Minuten später sind die ersten Schwimmer an Bord. (Foto: Opielok Offshore Carriers/dpa)

Jetzt ist eine neue Politik gefragt. Doch noch immer übt sich das politische Establishment vor allem im Betroffenheitsritual. Als solches jedenfalls hat Karl Kopp, der Europareferent von Pro Asyl, den bei einem Krisentreffen in Luxemburg von den EU-Außen- und Innenministern schnell beschlossenen Zehn-Punkte-Plan kritisiert.

Zu Recht. 5000 Menschen, denen jetzt von ihren Heimatländern aus der sichere Zugang nach Europa gewährt werden soll, sind ein Tropfen auf den heißen Stein. Für Triton, die Rettungsoperation vor der italienischen Küste, gilt dasselbe. Sie soll nun ausgeweitet werden. Bislang gibt die EU dafür 35 Millionen Euro im Jahr. Zwei Drittel weniger als das, was für das eingestellte Rettungsprogramm Mare Nostrum ausgegeben wurde. Jener Aktion der italienischen Marine und Küstenwacht, durch die in einem Jahr 140 000 Menschen gerettet wurden. »

Wir brauchen einen robusten See-Rettungsdienst«, sagt Karl Kopp. Ein Vielfaches von dem, was Mare Nostrum war. Doch natürlich reicht das nicht. Wie von Pro Asyl und anderen Flüchtlingsorganisationen gefordert, muss es auch um einen sicheren Weg nach Europa gehen. Am besten auf dem Festland und nicht über das Mittelmeer. »Vielleicht«, sagt Grünhelm-Gründer Rupert Neudeck, »brauchen wir auch ein neues Kap Anamur.« Jenes Schiff, das einst 10 375 vietnamesischen Flüchtlingen das Leben rettete. Ein Vorbild für den Brandenburger Harald Höppner, der dieser Tage mit einer ähnlichen Aktion und vielen Unterstützern ins Mittelmeer sticht.

Spätestens hier wird deutlich: Vi

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Kommentare
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Heinz Pütter
21.04.201521:29
Ein humanes Europa ist möglich. Eines, das sich darüber einigt, was ihm ein Menschenleben wirklich wert ist.: http://www.publik-forum.de/Politik-Gesellschaft/ein-humanes-europa-ist-moeglich

Über ein Menschenleben muss man sich nicht erst einigen, auch hier bei uns in Europa nicht.
Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland
vom 23. Mai 1949 (BGBl. S. 1), zuletzt geändert durch
das Gesetz vom 11. Juli 2012 (BGBl. I S. 1478)

I. Die Grundrechte
Artikel 1
(1) Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.
(2) Das Deutsche Volk bekennt sich darum zu unverletzlichen und unveräußerlichen Menschenrechten als Grundlage jeder menschlichen Gemeinschaft, des Friedens und der Gerechtigkeit in der Welt.