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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2012
Hoffen und Widerstehen
Konziliare Versammlung: Reformchristen suchen einen neuen Aufbruch
Der Inhalt:

Dividende für alle

von Jens-Eberhard Jahn vom 27.10.2012
Über das Grundeinkommen wird hierzulande heiß diskutiert. Praktische Beispiele kommen aus anderen Ländern. In Deutschland erheben vor allem Linke und Piraten die Forderung nach einer bedingungslosen Absicherung
100 namibische Dollar Grundeinkommen pro Person und Monat haben in Otjivero die Armut verringert: dennoch steht das Modellprojekt in Namibia auf der Kippe. (Foto: Haarmann)
100 namibische Dollar Grundeinkommen pro Person und Monat haben in Otjivero die Armut verringert: dennoch steht das Modellprojekt in Namibia auf der Kippe. (Foto: Haarmann)

Die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens ist in den letzten Jahren aus den Hinterzimmern in die Öffentlichkeit getragen worden: Jeder Mensch soll einen existenzsichernden Betrag pro Monat erhalten – ohne Erwerbsarbeit und unabhängig von Bedürftigkeit. Für Sabine Schiedermair, Vorsitzende der Katholischen Arbeitnehmerbewegung, ist ein Grundeinkommen eine »konkrete Alternative zu einem Denken, das sich nur auf Erwerbsarbeit fixiert«.

Grundsicherung für Kinder in Brasilien

Während das Grundeinkommen hierzulande heiß diskutiert wird, gibt es in anderen Ländern praktische Erfahrungen. Brasilien versucht seit acht Jahren, schrittweise eine Art von Grundeinkommen einzuführen. Begonnen hat das Land mit einer Grundsicherung für Kinder (»Bolsa Familia«), die an den Schulbesuch gekoppelt ist. Danach erhalten arme Familien im Durchschnitt umgerechnet rund vierzig Euro pro Monat. Seitdem sei die Schere zwischen Arm und Reich enger geworden und die Kindersterblichkeit gesunken, sagt Senator Eduardo Suplicy aus São Paulo.

Umstritten ist, ob diese Grundsicherung wirklich ein Schritt zum bedingungslosen Grundeinkommen darstellt. »Das Konzept des Grundeinkommens gilt als einfach, die Umsetzung ist aber komplex«, meint Luis Henrique da Silva Pavia, Staatssekretär im Ministerium für soziale Entwicklung. Und plädiert dafür, mit selektiven Leistungen wie der Kindergrundsicherung zu beginnen, um zu zeigen, dass mit diesem Konzept Armut bekämpft werden kann. Eine Alternative zur »Bolsa Familia« bildet ein Modell in dem Dorf Quatinga, in dem alle Bewohner umgerechnet 13 Euro pro Monat erhalten, ohne Bedingungen. Dieses Konzept kommt dem Grundeinkommen näher, d

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