Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2012
Hoffen und Widerstehen
Konziliare Versammlung: Reformchristen suchen einen neuen Aufbruch
Der Inhalt:

Wann kommt das fair gehandelte Handy?

von Andrea Teupke vom 26.10.2012
Das iPhone ist Kult. Katastrophal dagegen sind die Arbeitsbedingungen, unter denen es hergestellt wird

Es kann alles, lässt sich leicht bedienen und sieht dabei noch gut aus: Kein Wunder, dass Apple mit dem iPhone 5 wieder Rekorde gebrochen hat. Schon am ersten Wochenende wurden fünf Millionen Stück verkauft. Eine »Gewinnmaschine für das wertvollste Unternehmen der Welt« nennt das Handelsblatt die Stil-Ikone; kein anderes Smartphone erzielt solche Gewinnmargen, keines ist so begehrt. Doch so ästhetisch die Anmutung der Geräte, so hässlich ist der Alltag derjenigen, die es herstellen müssen.

In den chinesischen Fabriken, die für Apple – und andere Elektronikunternehmen – produzieren, herrschen »ausbeuterische Arbeitsbedingungen«, kritisieren kirchliche Entwicklungsorganisationen in der Schweiz. Wer den Bericht von Brot für Alle und Fastenopfer liest, erfährt von unmenschlichen Arbeitszeiten, erzwungenen und teilweise unbezahlten Überstunden, fehlenden Sicherheitsvorkehrungen und miserabler Bezahlung: Nicht einmal den in China gesetzlich vorgeschriebenen Mindestlohn erhalten die Arbeiter, die bis zu zwölf Stunden am Tag und dreizehn Tage am Stück arbeiten müssen.

Die Kritik ist nicht neu. In den vergangenen Jahren haben Nichtregierungsorganisationen wie Sacom (»Students & Scholars Against Corporate Misbehaviour«) oder China Labor Watch die Zustände bei den Zulieferern der Elektronikbranche immer wieder angeprangert. Weltgrößter Auftragsfertiger ist das chinesische Unternehmen Foxconn. Der Branchenriese, der weltweit mehr als eine Million Menschen beschäftigt, geriet durch eine Reihe von Selbstmorden und Unfällen in einem südchinesischen Werk vor zwei Jahren in die Schlagzeilen. Damals kam es zu Protesten während der Jahreshauptversammlung von Foxconn in Hongkong. Die Bilder der Demonstranten, die Transparente mit der Aufschrift »Bloody Apple« schwenkten, gingen um die Welt. Im Februar dieses Jahres ließ Apple schließlich die unabhängige Organisation Fair Labor Association die Zustände bei Foxconn untersuchen und fand die Vorwürfe bestätigt. Apple versprach Abhilfe und gelobte, ab Mitte des nächsten Jahres wolle man die in China geltenden Gesetze einhalten. Doch bisher hat sich nicht viel geändert.

Anfang dieses Ja

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen