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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 22/2019
Die Zerreißprobe
Die Theologen Nikolaus Schneider und Dietmar Mieth hatten eine klare Haltung ...
Der Inhalt:

Sozialprotokoll
»Diese furchtbare Wut«

von Eva-Maria Lerch vom 21.11.2019
In Chile liefern sich Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Uli Baumann (55) lebt in Valparaiso. Die Brände und Plünderungen verfolgt er mit Angst und Sorge. Und hofft trotz allem, dass sie zu einer gerechteren Gesellschaft in Chile führen
»Ich habe dieses Land von Anfang an geliebt«: Uli Baumann in Valparaiso (Foto: privat)
»Ich habe dieses Land von Anfang an geliebt«: Uli Baumann in Valparaiso (Foto: privat)
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Heute Nacht lag ich wieder bis halb zwei wach. Ich habe ständig aus dem Fenster geguckt, um zu prüfen, ob da jemand vor unserem Haus eine Barrikade bauen und in Brand stecken will. Denn wenn so eine Barrikade hier in den engen Straßen von Valparaiso erst mal brennt, kann schnell das ganze Viertel in Flammen aufgehen. Ich wollte meine Frau und meine Tochter nicht wecken, habe aber alles bereitgestellt und Fluchtwege überlegt.

Seit vier Wochen brennt es hier in Chile überall. Die Unruhen haben das ganze Land erfasst, es gibt kaum eine Stadt, die nicht betroffen wäre. Hier in Valparaiso sind fast alle Geschäfte und Apotheken geplündert und viele Häuser sind ausgebrannt. Der erste Laden brannte nur hundert Meter von unserem Haus entfernt.

Es ist ein Hexenkessel. Die Nerven l

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