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Die Welt gegen Trump

von Bernhard Pötter vom 19.11.2016
Wie geht’s weiter mit dem Klimaschutz? Das Entsetzen bei der UN-Klimakonferenz über die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten war groß. Doch jetzt sind alle Länder zusammengerückt, um das Pariser Abkommens notfalls gegen die neue US-Administration zu verteidigen. Bernhard Pötter berichtet aus Marrakesch
Kohlekraftwerk in Kanada: Bis 2030 müssten die westlichen Staaten aus der Kohleverstromung aussteigen, sagen Wissenschaftler, wenn sie die Klimaziele von Paris erreichen wollen (Foto: pa/McPhoto)
Kohlekraftwerk in Kanada: Bis 2030 müssten die westlichen Staaten aus der Kohleverstromung aussteigen, sagen Wissenschaftler, wenn sie die Klimaziele von Paris erreichen wollen (Foto: pa/McPhoto)

Für einen Moment war der Konferenzpräsident sprachlos. Ob denn die ersten Sätze der Abschlusserklärung, »Nichts kann den globalen Klimaschutz stoppen«, direkt an den neu gewählten US-Präsidenten Donald Trump gerichtet seien? »Äähh ...«, sagte der marokkanische Außenminister Salaheddine Mezouar, nein, man wende sich mit der »Proklamation von Marrakesch« nicht an eine bestimmte Person.

Aber die Frage traf den Nerv der 22.UN-Klimakonferenz, die am Freitag Abend zuende gehen sollte. Denn noch nie ist eine eigentlich langweilige COP in kurzer Zeit derart von Hoffnung, Verzweiflung, Unsicherheit und Trotz dominiert worden wie die COP22. Im Vorfeld und am Beginn hatten die etwa 15000 Delegierten noch gefeiert, dass das Pariser Abkommen zum Klimaschutz kurz vor der Konferenz noch in Kraft getreten war. Dann folgte am dritten Tag des Treffens der Schock: Donald Trump, der den Klimawandel für einen »Schwindel, erfunden von den Chinesen« hält und angekündigt hat, aus dem Pariser Abkommen auszusteigen, wurde in den USA zum Präsidenten gewählt. Seitdem jagte unter den Delegierten und Journalisten in Marrakesch ein Gerücht das nächste. Der US-Chefverhandler Jonathan Pershing gab zu, dass auch er keine Ahnung habe, was der Neue im Weißen Haus mit dem Klima vorhabe. »Wir wissen nichts«, sagte Pershing, »niemand von seinem Team hat uns bisher kontaktiert.«

US-Chefverhandler: Die Energiewende ist nicht zu stoppen

Allerdings sprach Pershing, ein erfahrener und harter Verhandler, der sich nun einen neuen Job suchen muss, der Konferenz Mut zu. Die globale Energiewende, der Trend weg von fossilen Brennstoffen und hin zu Erneuerbaren, sei in der Wirtschaft angekommen und nicht zu stoppen – ei

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