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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2013
Die Entscheidung
Nach dem Rücktritt des Papstes: Was sich in der katholischen Kirche ändern muss
Der Inhalt:

Die Pflege – ein Pflegefall

von Barbara Tambour vom 04.03.2013
Im »Bielefelder Appell« machen Mitarbeiter aus Alten- und Behindertenheimen klar: »So geht es nicht mehr weiter«
Kann Pflege nach ökonomischen Kriterien bewertet werden? Immer mehr Pflegende wehren sich um der Menschlichkeit wiillen. Infos und ein Aktionsbündnis finden sie im »Bielefelder Appell«. (Foto: Gina Sanders/Fotolia)
Kann Pflege nach ökonomischen Kriterien bewertet werden? Immer mehr Pflegende wehren sich um der Menschlichkeit wiillen. Infos und ein Aktionsbündnis finden sie im »Bielefelder Appell«. (Foto: Gina Sanders/Fotolia)

Eigentlich wirkt eine Mitarbeitervertretung (MAV) nach innen und vertritt die Interessen der Mitarbeiter gegenüber dem Arbeitgeber. In Bielefeld haben sich jetzt 21 Mitarbeitervertretungen darüber hinweggesetzt. Ihr »Bielefelder Appell« ist ein Aufschrei von Menschen, die alte Menschen und solche mit Behinderungen begleiten und pflegen und die sagen: »So kann das nicht weitergehen.«

»Hier wird ein System an die Wand gefahren«, erläutert Christian Janßen, einer der Initiatoren und Sprecher des »Bielefelder Appells«. Ihn verwundert es nicht, wenn bald jede Woche skandalöse Zustände in einem Heim öffentlich werden. Doch halten er und seine Mitstreiter diese Zustände nicht allein für das Ergebnis von Managementfehlern und schon gar nicht für einen Ausdruck persönlichen Versagens Einzelner. Für Janßen drückt sich darin ein Systemversagen aus.

Für die Bielefelder Interessenvertreter wird bei ihrer Arbeit täglich deutlich, dass Pflege, Betreuung und Begleitung nicht hinreichend wertgeschätzt werden. »Es geht im Kern darum, welche Prioritäten unsere Gesellschaft setzt, wie viel uns die Pflege, Betreuung und Begleitung von alten, kranken, sozial geschwächten und behinderten Menschen wert ist«, heißt es in dem Appell. Die Politik stelle die Weichen so, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandergehe. Statt in die »Rettung« notleidender Menschen zu investieren, rette die Politik lieber notleidende Banken.

»Ich möchte später nicht so gepflegt werden«, äußert der 53 Jahre alte Janßen. Er arbeitet als Psychologe mit Menschen mit geistiger Behinderung und ist MAV-Vorsitzender des Stiftungsbereichs Bethel Regional. Er kritisiert vor allem das

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