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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 10/2019
Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern
Eine Annäherung in fünf Schritten
Der Inhalt:

Die Kunst, den Kapitalismus zu verändern

von Wolfgang Kessler vom 25.05.2019
Ein rasender Finanzkapitalismus regiert die Welt. Wenige Megafonds und Weltkonzerne unterwerfen die Menschheit dem Diktat der Rendite. Wie könnte man den Kapitalismus verändern? In fünf Schritten, meint Wolfgang Kessler. Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Wolfgang Kessler beschreibt in seinem neuen Buch und in der Publik-Forum-Titelgeschichte, warum der Kapitalismus grundlegend verändert werden muss - und wie das geschehen könnte
Wolfgang Kessler beschreibt in seinem neuen Buch und in der Publik-Forum-Titelgeschichte, warum der Kapitalismus grundlegend verändert werden muss - und wie das geschehen könnte

Über Wirtschaft wird ständig geredet, doch eine offene Diskussion über den Kapitalismus ist noch immer verpönt. Das erlebte jüngst der Juso-Vorsitzende Kevin Kühnert. Kaum hatte Kühnert über eine Wirtschaft nachgedacht, in der Demokratie und gesellschaftliche Verantwortung nicht vor den Werkstoren haltmachen, in der auch Enteignung kein Tabu ist – da fielen sie über ihn her. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hält »Diskussionen über Enteignungen dreißig Jahre nach dem Fall der Mauer für einen Angriff aufs Gehirn«. Und Andrea Nahles sowie Olaf Scholz von der SPD kanzelten ihren Parteifreund wie einen Schulbuben ab (vergleiche Publik-Forum.de und Publik-Forum 9/2019). »Kühnert sagt die Wahrheit – und alle drehen durch«, bringt der Theatermacher Michael Herl die Debatte auf den Punkt. Herl hat recht. Denn gefährlich sind nicht die Gedanken von Kevin Kühnert, sondern jene Menschen, die sich vor diesen Gedanken fürchten. Der globale Kapitalismus der Gegenwart ist weit von jener sozialen Marktwirtschaft vor 1989 entfernt, die Volker Bouffier offenbar vor Augen hat.

Inzwischen regiert ein rasender Finanzkapitalismus die Welt. Wenige Megafonds und Weltkonzerne unterwerfen die ganze Menschheit dem Diktat der Rendite. Und die Politik öffnet diesen Investoren die Türen. In Deutschland kaufen Großinvestoren Wohnungen und treiben Mieten und Bodenpreise in schwindelnde Höhen. Beispiel Berlin: Da erwarb die Deutsche Wohnen in den letzten 15 Jahren mithilfe der Investmentbank Goldman Sachs 51 000 Wohneinheiten für zwei Milliarden Euro. Dann modernisierte sie die Wohnungen und trieb die Mieten in die Höhe. Inzwischen beträgt der Wert der Wohnungen sieben Milliarden E

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