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Die Homo-Ehe ist ein Menschenrecht

von Britta Baas vom 01.06.2015
Weil die Iren sich vor wenigen Tagen für die volle Gleichstellung homosexueller Partnerschaften mit der Ehe entschieden, ist eine weltweite Debatte neu entbrannt: Wie gleich ist man unter Gleichen? Und: Was würde Gott dazu sagen? Der Vatikan sieht im Siegeszug der Homo-Ehe jedenfalls eine Niederlage für die Menschheit. Aber warum? Ein Zwischenruf von Britta Baas
Zwei Männer, ein Kind: Könnte das etwa eine Familie sein? Für den Vatikan ist es keine. Aber auch im Vatikan kann man noch etwas Neues lernen. Kulturelle Sprünge sind grundsätzlich überall möglich.(Foto: pa/Audras)
Zwei Männer, ein Kind: Könnte das etwa eine Familie sein? Für den Vatikan ist es keine. Aber auch im Vatikan kann man noch etwas Neues lernen. Kulturelle Sprünge sind grundsätzlich überall möglich.(Foto: pa/Audras)

Eigentlich ist alles sehr einfach: Zwei Menschen lieben sich und wollen heiraten. Warum sollten sie das nicht tun? In mehreren europäischen Staaten können sie es mittlerweile auch dann, wenn die Partner dasselbe Geschlecht haben. In Deutschland gibt es die »eingetragene Lebenspartnerschaft«. Der gestelzte Begriff soll dem Tatbestand Rechnung tragen, dass man hierzulande nach wie vor einen rechtlichen Unterschied zwischen homo- und heterosexuellen Paaren macht. Die einen dürfen gemeinsam kein fremdes Kind adoptieren, die anderen schon. Doch es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch dieses Unterscheidungsmerkmal fällt. Die Homo-Ehe, wie die gleichgeschlechtliche Verbindung salopp genannt wird, wird immer selbstverständlicher werden. Gegner aber wird es wohl auch in Zukunft geben.

Dass zwei Drittel der Iren jetzt für die volle Gleichberechtigung homo- und heterosexueller Ehen stimmten, löste jedenfalls einen sofortigen Abwehrreflex im Vatikan aus. Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin, der Regierungschef des Papstes, wird mit dem Satz zitiert: »Ich glaube, man kann nicht nur von einer Niederlage der christlichen Prinzipien, sondern von einer Niederlage für die Menschheit sprechen.«

Worin wäre diese Niederlage zu suchen? Aus Sicht Parolins wird das katholische Verständnis von »Natur« und »natürlicher Geschlechterordnung« in einer Abstimmung wie der irischen mit Füßen getreten. Doch diese Sicht auf Welt und Geschlecht ist nicht einfach »katholisch« zu nennen. Sie spiegelt lediglich eine »Natur« wider, »wie sie zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt verstanden wurde – etwa in den Spielarten eines theologischen Physikalismus des 18. und 19. Jahrhunderts«, erklärt Regina Ammicht Quinn, katholische Theologin

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