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Die Angst vor der eigenen Macht

von Wolfgang Kessler vom 28.01.2015
Bei vielen Bürgern wachsen derzeit Gefühle der Ohnmacht, der Wut und der Resignation. Dass diese überwunden werden können, zeigen jene, die als kleine Leute große Veränderungen bewirkt haben. Kesslers Kolumne
(Foto: Igor Stevanovic/fotolia.com)
(Foto: Igor Stevanovic/fotolia.com)

Es ist ein gutes Zeichen: Immer mehr Menschen engagieren sich gegen die selbst ernannten Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung Europas (Pegida) – und für ein weltoffenes Deutschland, für Toleranz, für Solidarität mit Flüchtlingen, mit Zuwanderern. Allerdings darf dieses bemerkenswerte Engagement nicht darüber hinwegtäuschen, dass die politische Stimmung in Deutschland derzeit auf allen politischen Seiten stark von Ohnmachtsgefühlen, Wut und Frustrationen beherrscht wird. Ich erfahre dies derzeit häufig in meinen Veranstaltungen.

»Wir können doch gegen die da oben nichts ausrichten«

Dass ich diese Gefühle dort erlebe, ist kein Zufall. Denn ich rede über notwendige soziale und ökologische Veränderungen des Wirtschaftens, über eine gerechtere Wirtschaft bei knappen Ressourcen. Oft schildere ich gelebte Modelle eines anderen Wirtschaftens und leite daraus wirtschaftspolitische Forderungen ab. Natürlich kommen kommen viele Fragen, andere Vorschläge. Es folgen wertvolle Diskussionen. So soll es sein.

Doch dann gibt es noch die anderen Reaktionen. Sie verbergen sich hinter Sätzen wie »Das geht doch sowieso nicht« oder »Wir können gegen die da oben doch nichts ausrichten«. Und: »Die Politiker sind ohnehin alle gekauft.« Oft genug verdichten sich die Einwände zu Verschwörungstheorien. »Das beschließen die Eliten doch alles hinter verschlossenen Türen.« Oder: »Die CIA hat die Ukraine schon lange im Griff.« »Die US-Zentralbank steuert doch die Finanzmärkte.« Und so weiter.

Oft resignieren die besonders Engagierten

Wären dies nur Sprüche von Spinnern – man könnte sie beiläufig abtun. Doch de

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