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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2019
War Goethe Muslim?
Fasziniert vom Islam: 200 Jahre West-östlicher Divan
Der Inhalt:

Sozialprotokoll: »Deutschland lässt meine Tochter im Stich«

von Ulrike Scheffer vom 05.08.2019
Danisch Farooqi (38) bangt um seine Tochter, die von ihrer Mutter zum IS nach Syrien mitgenommen wurde
Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Danisch Farooqi kämpft für die Rückkehr seiner inzwischen achtjährigen Tochter aus Syrien (Foto: privat)
Ein Bild aus glücklicheren Zeiten: Danisch Farooqi kämpft für die Rückkehr seiner inzwischen achtjährigen Tochter aus Syrien (Foto: privat)

Wenn ich abends allein auf dem Balkon sitze, stelle ich mir vor, wie es sein wird, wenn ich meine Tochter am Flughafen in Empfang nehme. Das ist eine sehr schöne Vorstellung. Mir ist aber auch bewusst, dass wir viele wichtige Jahre verloren haben. Als ihre Mutter, meine Exfrau, sie nach Syrien mitgenommen hat, war Aaliya drei Jahre alt. Inzwischen ist sie acht. Es wird eine große Herausforderung für uns, wieder ein normales Vater-Tochter-Verhältnis aufzubauen. Wir haben viel nachzuholen. Ich freue mich schon darauf, mit ihr ans Meer zu fahren, wenn sie zurück ist. Denn Aaliya ist eine richtige Wasserratte.

Ihre Mutter ist 2014 ohne mein Wissen mit ihr in die Türkei gereist. Dort hat sie sich mit ihrem neuen Mann getroffen, mit dem sie nach unserer Trennung zusammenkam. Der hat mich angerufen, und ich erfuhr, dass er nach Syrien gegangen war, um sich dem IS anzuschließen. Er teilte mir mit, dass er meine Exfrau und meine Tochter nun zu sich geholt habe. Ich war fassungslos. Meine Exfrau und ich haben das gemeinsame Sorgerecht für Aaliya, wie konnte es sein, dass sie allein einen Pass für unsere Tochter beantragen durfte? Auf dem Amt erfuhr ich, dass dies möglich war, weil das Aufenthaltsbestimmungsrecht bei meiner Exfrau lag. Dass sie Aaliya ins Ausland mitgenommen hat, war rein rechtlich dennoch Kindesentziehung. Für mich ist es schlicht eine Entführung.

Meine Tochter hat als deutsche Staatsbürgerin ein Recht darauf, dass sich die deutschen Behörden für sie einsetzen. Doch Deutschland lässt sie im Stich. Sie sitzt nun mit ihrer Mutter in einem Gefangenenlager im syrischen Kurdengebiet. Das Internationale Rote Kreuz hat die Gefangenen dort besucht und auch mit meiner Exfrau g

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