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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2019
Mach mich unsterblich!
Der Plan von der Erschaffung des perfekten Menschen
Der Inhalt:

»Eine europäische Öffentlichkeit ist überlebenswichtig für Europa«

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 14.12.2019
Wie wäre es, wenn Anne Will regelmäßig europäische Talk-Gäste im Studio hätte? Wenn es eine Sesamstraße gäbe, die man von Finnland bis Portugal kennt? Wenn die Europäer mit- statt übereinander sprächen? Kommunikationsexperte Johannes Hillje möchte dafür ein Forum schaffen – auch, um Digitalriesen wie Facebook etwas entgegenzusetzen. Im Interview erklärt er, wie das gehen kann
Johannes Hillje sagt: »Wir haben schon so etwas wie eine europäische Identität – nur noch kein Forum, um diese auszuleben.« Hier soll eine Plattform Europa Abhilfe schaffen (Fotos: istockphoto)
Johannes Hillje sagt: »Wir haben schon so etwas wie eine europäische Identität – nur noch kein Forum, um diese auszuleben.« Hier soll eine Plattform Europa Abhilfe schaffen (Fotos: istockphoto)

Publik-Forum: Herr Hillje, Sie fordern ein neues, digitales Netzwerk, eine »Plattform Europa«. Wozu das Ganze – gibt es nicht schon genug Angebote im Web?

Johannes Hillje: Bisher haben wir eine national geprägte Berichterstattung, Stimmen aus anderen europäischen Ländern kommen kaum zu Wort. Ohne eine europäische Öffentlichkeit kann es aber keine lebendige europäische Demokratie geben. Hinzu kommt: Die digitale Öffentlichkeit wird von Facebook, Twitter, Youtube und Co. bestimmt. Sie ist weder nach demokratischen Kriterien organisiert noch am Gemeinwohl orientiert. Google stellt Öffentlichkeit her und besitzt die Infrastruktur, auf der Austausch im digitalen Raum stattfindet. Das bedeutet: Der Öffentlichkeit ist die Öffentlichkeit abhandengekommen. Wir müssen sie uns zurückholen! Deshalb die Idee einer »Plattform Europa«. Mit einer öffentlich-rechtlichen Plattform in Europa könnte es gelingen, einen echten Dialog zwischen den Europäern zu fördern und gleichzeitig den Digitalriesen etwas entgegenzusetzen.

Ihnen schwebt ein Online-Forum vor, das aus einem Newsroom mit eigener Redaktion bestehen soll, einer Mediathek mit Serien, Formaten für Dialog und Vernetzung sowie Apps von Unternehmen. Haben Sie sich da nicht ein bisschen viel vorgenommen?

Hillje: Wir müssen groß denken. Wenn wir über Öffentlichkeit und Medien sprechen, darf es nicht allein um Nachrichten gehen. Die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger ist nicht nur an Politikmeldungen interessiert, sondern an Unterhaltungsangeboten. Durch Netflix erleben wir einen Boom an Serien,

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