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»Chemnitz ist kein Zufall«

von Christian Wolff 03.09.2018
Seit Tagen halten die Ereignisse in Chemnitz Deutschland in Atem. Rechtsextreme jagen Ausländer und zeigen den Hitlergruß, eine Demonstration von Rechten folgt auf die nächste, begleitet von Gegendemonstrationen. Wie ist der Ausbruch von Hass zu erklären? Und vor allem: Was ist jetzt zu tun? Eine Analyse des früheren Pfarrers der Leipziger Thomaskirche Christian Wolff
Militante Fremdenfeindlichkeit in Chemnitz: Für den früheren Pfarrer Christian Wolff ist es entscheidend, dass die Kirchen, Führungspersönlichkeiten und Bürger jetzt klar Stellung beziehen gegen Pegida und AfD.  Er nennt daneben konkrete Forderungen an die Politik (Fotos: pa/Reuters/Matthias Rietschel; pa/zb/Peter Endig)
Militante Fremdenfeindlichkeit in Chemnitz: Für den früheren Pfarrer Christian Wolff ist es entscheidend, dass die Kirchen, Führungspersönlichkeiten und Bürger jetzt klar Stellung beziehen gegen Pegida und AfD. Er nennt daneben konkrete Forderungen an die Politik (Fotos: pa/Reuters/Matthias Rietschel; pa/zb/Peter Endig)

Was zurzeit in Chemnitz geschieht, ist kein Zufall. Es hat mit dem Tötungsdelikt, der angeblichen Initialzündung für die Ausschreitungen der Rechtsextremen in der vergangenen Woche, nichts zu tun. Es ist vielmehr der bewusst erzeugte Höhepunkt einer Entwicklung, die seit fast 30 Jahren absehbar war: die systematische Implementierung des völkisch-rechtsnationalistischen Denkens in zu vielen Köpfen und Herzen, eine Verachtung der freiheitlichen Demokratie, militante Fremdenfeindlichkeit, Aushebelung der Grundrechte. Das alles geschah mit Duldung oder sogar Förderung durch die sächsische CDU und wurde durch Pegida und AfD sowie gewaltbereite Neonazis vollendet. Doch immer noch macht sich Ministerpräsident Michael Kretschmer vor allem Sorgen um das »Bild unseres Landes«, also ums Image. Nein, nicht das Bild ist das Problem, sondern die, die für das Zerr-Bild von Sachsen