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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2014
Frieden schaffen – mit Gewalt?
Der Inhalt:

Bundeswehr abschaffen?

vom 03.09.2014
Die Theologin Margot Käßmann würde auf die Armee am liebsten verzichten. Ihr Spiegel-Interview zum Pazifismus hat die Diskussion um die Bundeswehr neu entfacht. Das Thema bewegt viele – angesichts von islamistischem Terror, Gaza-Konflikt und täglichen Toten in der Ostukraine. Kann man Frieden schaffen ohne Waffen? Und sollte Deutschland deshalb auf die Bundeswehr verzichten? Ein Pro- und Contra – und Thema unserer Umfrage
Rupert Neudeck gegen Friedrich Schorlemmer: Streit um Bundeswehr und Weltpolizei
(Fotos: pa/Burgi; pa/Endig)
Rupert Neudeck gegen Friedrich Schorlemmer: Streit um Bundeswehr und Weltpolizei (Fotos: pa/Burgi; pa/Endig)
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Rupert Neudeck: »Ja, sie behindert die UN-Blauhelme«

Ich bin für die Abschaffung der Bundeswehr. Schon Immanuel Kant hat in seiner Schrift »Zum Ewigen Frieden« gefordert: »Stehende Heere sollen mit der Zeit ganz aufhören«. Der große Königsberger Philosoph weiß genau warum: »Sie reizen andere Staaten an, sich einander in Menge der Gerüsteten zu übertreffen.«

Bis heute verhindern nationale Heere nur zu oft, dass UN-Blauhelme effektiv eingesetzt werden können. Als der Völkermord in Ruanda gerade begonnen hatte, wurde die UNO-Blauhelmtruppe unter einem kanadischen General abgezogen, 2700 bestausgerüstete Soldaten. Warum? Weil das st

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Gerhard Loettel
13.09.201418:57
Im Endeffekt sind ja diese beiden Standpunkte gar nicht so kontrovers. Beide Autoren fordern ja mindestens die Einbindung der Bundeswehr in UNO-Struk-turen, als Verhinderung nationaler und d.h. wohl auch wirtschaftlicher Interessen und Alleingänge. Nur ist mir die Argumentation von Rupert Neudeck mit seinem konsequenten Ja zur Abschaffung und nicht nur Einbindung (sondern eine völlige Neuorientierung von Blauhelm-UNO-Streit-kräften unter den Befehl der UNO) klarer, geradliniger und schlüssiger. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und mit Voten von der Ökumenischen Versammlung 2014 in Mainz fordern, dass auch die NATO abrüstet und mindestens aus eienm MiLitärbündnis mit Eingreiftruppe zu einer friedensfördernden Konfliktlösungsgemeinschaft umstrukturiert wird. Alle dies im Sinne des Artikels von Lutz Krügener in PF 6/26ff.
Gerhard Loettel, Magdeburg
Georg Lechner
13.09.201408:41
Der letzte NATO - Gipfel hat deutlich gezeigt, wie berechtigt die Einwände von Rupert Neudeck in dieser Causa sind. Außerdem soll man das Zitat von Egon Bahr nicht vergessen:"In der internationalen Politik geht es nie um Demokratie oder Menschenrechte. Es geht immer um Interessen von Staaten. Merken sie sich das, egal, was man Ihnen im Geschichtsunterricht erzählt." Bliebe höchstens zu ergänzen, wer das Interesse von Staaten maßgeblich beeinflusst.
Wenn die Staaten des Westens zur Abwendung der Gefahr für die bedrohten Bevölkerungsgruppen in Nahost nicht bereit sind, der UNO die Möglichkeit zur Durchführung einer Intervention unter ihrem Kommando (und nicht dem der NATO!) zu geben, dann sind sie schuld an den Folgen. Punktum.
Ursula Gille
07.09.2014
Als Europäerin mit der Sorge um den aktuellen europäischen Konfliktraum Ukraine, würde ich einer internationalen Institution wie der UNO mit einer UNO-Weltpolizei im Sinne von Herrn Neudeck, das größtmögliche Vertrauen aussprechen. Nur die UNO kann hier Frieden auf den Weg bringen und Krieg vermeiden. Die Geschichte und die Gegenwart haben bisher keine Beweise für Friedensbildung unter Mitwirkung von nationalen bzw. internationalen Militärbündnissen (Deutschland, USA, Großbritannien, Frankreich, NATO, UDSSR, Warschauer Pakt Russland, usw.) geliefert.
Thomas Becker-Bertau
04.09.201419:51
Allerdings gilt das ceteris imparibus auch für die Religion, insbesondere die montheistischen.
Helmut Krüger
03.09.2014
Gleich, wie es sei.
Sträflich wäre es, die Utopie eines Lebens ohne Militär ebenso zu verlieren, wie das 5.Gebot "Du sollst nicht töten" angesichts der harten und ach so unabänderlich erscheinenden Realität unter Geltungsvorbehalt zu stellen.
Es war Johannes Paul II, also Karol Woytila, gewiss ein Kirchenkonservativer, der mir da immer noch am besten gefallen hat: "Kriege sind immer eine Niederlage für die Menschheit." Nachsatz von mir: Weil wir sie durch Nachlässigkeit, durch Trägheit oder knallhartes Interessenkalkül wenn nicht mehr befördern wie zu früheren Zeiten, doch billigend in Kauf nehmen. Die Gesinnungsethik "Du sollst nicht töten" gilt immer und universell. Die Verantwortungsethik, die uns abverlangt, in manchen Situationen anders zu handeln, ist der Spezialfall dazu. Höre ich so manchen reden, ich käme auf den Gedanken, es wäre heute anders herum.
Thomas Becker-Bertau
03.09.201416:42
Eigenartig, bisher waren mir Uniformierte eher als Vollstrecker und Ermöglicher von Massenmord und Genozid aufgefallen, gerade auch die unseren, jetzt auf einmal wollen sie nur noch welche verhindern. Wieviele zivile Opfer hat der Natoeinsatz und der Bundeswehr in Aghanistan und im Irak gekostet? Wieviele kämpfende Menschen der Gegenseite wurden aus der Luft geschlachtet? Man weiß es nicht, aber die moderne Bewaffnung gerade unserer Soldaten begünstigt Massentötungen. Von der Propaganda der chirurgischen Schläge usw, sollte man sich nicht blenden lassen, zur Propaganda gehört auch, zum wichtigsten Ziel zu erklären, Genozid zu verhindern. Fürchte ich. Bisher sind die Erfolge des Militärs bei der Genozidverhinderung sehr gering, verglichen mit den selbst vollbrachten auf jeden Fall, aber auch sonst,...