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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2014
Frieden schaffen – mit Gewalt?
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Befreiung aus dem Elfenbeinturm

von Peter Finke vom 28.08.2014
Wissenschaft ist wichtig. Doch oft forscht sie nur für jene, die sie bezahlen. Umso wichtiger ist das Engagement von jenen, die nicht für Geld forschen: Laien-Wissenschaftler. Das zumindest findet Peter Finke, langjähriger Professor für Wissenschaftstheorie.
(Foto: thinkstock/getty/Michael Blann)
(Foto: thinkstock/getty/Michael Blann)

Die Wissenschaft wurde immer bewundert. Deshalb fand man nur eine attraktive Behausung aus einem der einst wertvollsten Materialien für sie angemessen: den Turm aus Elfenbein. Bei aller Bewunderung wird uns freilich zunehmend bewusst, dass mit Wissenschaft auch schlimme Konsequenzen verbunden sind: Lebensferne, Fortschritte mit Kehrseiten, Ziele und Techniken, die die Erde in Gefahr bringen. Da ist es gut, dass aktuell über eine andere Spielart der Wissenschaft diskutiert wird. Sie heißt Citizen Science, Bürgerwissenschaft.

Allzu lange haben wir gedacht, nur das, was von Berufswissenschaftlern an Universitäten gelehrt, mit einem Examen besiegelt, in den einzelnen Disziplinen erforscht wird, sei ernstzunehmende, »richtige« Wissenschaft. Doch die neue Bezeichnung macht auf etwas lange Vorhandenes aufmerksam, was uns mindestens seit der Aufklärung bewusst sein müsste: die Tatsache nämlich, dass jede und jeder Wissen schaffen und forschen kann. Beruf, Examen oder Universität sind ganz unwesentlich.

Begeisterung für die Sache

Stattdessen kommt es auf etwas ganz anderes, viel Elementareres an: Begeisterung für eine Sache, die Bereitschaft zu lernen, das eigene Wissen und Kritikfähigkeit weiter voranzubringen, die Wirklichkeit und ihren Wandel wahrnehmen und verstehen zu wollen. Dafür sind die Voraussetzungen heute besser denn je. Im Grunde kann jeder forschen, der jene Voraussetzungen mitbringt, kann sich beteiligen an der durch Institutionen und Richtlinien nicht beschränkten Wissenschaft der Bürger. Sie können über alles forschen, was sie interessiert: Tiere und Pflanzen, Flüsse und Moore, Großbaustellen, den Energiemarkt, Geschichte und Datensch

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