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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 16/2014
Frieden schaffen – mit Gewalt?
Der Inhalt:

Christel Liebold: Wie haben Frauen den Krieg überlebt?

von Annette Lübbers vom 29.08.2014

Christel Liebold besuchte acht Jahre die Volksschule und wurde dann Verwaltungsangestellte in ihrer Geburtsstadt Bielefeld. »Das war ein Glück. Viele meiner Schulkolleginnen wurden Näherinnen«, sagt die 72-Jährige. Schon früh interessierte sie sich für Geschichte – ganz besonders für die ihrer Heimat. 1988 belegte sie einen VHS-Kurs über Regionalgeschichte. Am Ende des Kurses sollte sie das Thema »Das Überleben von Frauen nach dem Zweiten Weltkrieg« selbst erarbeiten. »Das war mühsam. Ich hatte keine Ahnung, wie man mit Archiven umgeht, eine These findet und belegt oder wie man Quellen benutzt.« Über mehrere Jahre befragt sie Zeitzeugen, sichtet Material und führt endlose Diskussionen mit ihren Mitstreiterinnen. Am Ende steht sie als Autorin in ihrem ersten Buch. Ein weiteres über »Die bürgerliche Jugendbewegung von 1900 bis 1933« folgt. Daran arbeitet sie mit einer Historikerin. »Manchmal war es hart, sich durch Tausende von Seiten zu arbeiten und die alte Sütterlin-Schrift zu entziffern. Später stand in der Autorenliste: Christel Liebold – Verwaltungsangestellte. Dafür habe ich mich nicht geniert.« Ein Experte hat ihr bescheinigt, er habe selten »ein so gut recherchiertes Buch« gelesen. Im Alter von siebzig Jahren beendete Christel Liebold die Arbeit in der Geschichtswerkstatt. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sie für neun Bücher Aufsätze geschrieben und Ausstellungen vorbereitet. Mit einigen Zeitzeugen hatte sie bis zu deren Tod Kontakt: »So etwas kann sich kein Historiker leisten, der käme gar nicht mehr zum Arbeiten«, sagt sie und lacht.

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