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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 23/2015
Mission Weltrettung
Was die Religionen zum Klimaschutz beitragen können
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Auf der Suche nach dem Bruttosozialglück

von Wolfgang Kessler vom 03.12.2015
Bhutan verfolgt seit dreißig Jahren einen eigenständigen Entwicklungsweg jenseits des globalen Kapitalismus. Doch wie glücklich sind die Bhutaner wirklich? Ein Besuch im Himalaya. Von Wolfgang Kessler
Bhutan zwischen Tradition und Moderne: Klöster und Mönche sind ebenso allgegenwärtig wie Smartphones (Foto: pa/Cavalli)
Bhutan zwischen Tradition und Moderne: Klöster und Mönche sind ebenso allgegenwärtig wie Smartphones (Foto: pa/Cavalli)

Bhutan ist einzigartig. Das kleine Königreich im Himalaya mit seinen 750 000 Einwohnern verfolgt seit mehr als dreißig Jahren eine eigenständige Entwicklung jenseits von globalem Kapitalismus und staatssozialistischen Ansätzen. »Gross National Happiness«, in der deutschen Diskussion mit Bruttosozialglück übersetzt, heißt die Staatsphilosophie, zu der die Verfassung die Verantwortlichen des Landes verpflichtet. Das Besondere an diesem Ziel ist, dass es den Wohlstand der Menschen nicht allein am Geld misst.

»Der Wohlstandsmaßstab des Westens namens Bruttosozialprodukt greift zu kurz«, sagt Dasho Karma Ura, der Leiter des Institute for Bhutan Studies und königlicher Beauftragte für das Glück der Bhutaner, »weil die Menschen nicht einfach dadurch glücklich werden, dass sie viel haben.« Glück bedeute viel mehr, so Karma Ura, »nämlich vertrauensvolle Beziehungen zwischen den Menschen, Zeit für Meditation, freien Zugang zu Gesundheit und Bildung und eine gesunde Umwelt.« Es ist diese ganzheitliche Definition von Wohlstand, die den bhutanischen Weg der Entwicklung für viele zu einer globalen Alternative gemacht hat – und dies umso mehr, je stärker das kapitalistische Wachstumsdenken die Menschheit an die Wand fährt.

Was können andere Länder lernen?

Doch wie glücklich sind die Bhutaner wirklich? Hält das Modell in der Praxis, was es verspricht? Was können andere Gesellschaften, andere Länder von Bhutan lernen? Um diese Fragen zu diskutieren, lud das Institute for Bhutan Studies 700 Fachleute in das Himalaya-Reich ein. Als Journalist und Ökonom empfand ich die Einladung, auf dieser Konferenz zu sprechen, als einmalige Chance, vor Ort zu überprüfen, wi

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