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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2017
Reformationsjubiläum: Was bleibt?
Ein Streitgespräch zwischen Thies Gundlach, Margot Käßmann und Dorothea Wendebourg
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Steinzeitbabys im Internetzeitalter

von Barbara Brüning vom 10.11.2017
Immer mehr Eltern wollen ihre Kinder »artgerecht« aufziehen. Aber was heißt das genau?
Vertrauen in die Natur: Katarina und Michael Labuda wollen ihre Tochter "artgerecht" aufziehen. (Foto: Kirchgessner)
Vertrauen in die Natur: Katarina und Michael Labuda wollen ihre Tochter "artgerecht" aufziehen. (Foto: Kirchgessner)

Es war alles perfekt geplant: Nach der Entbindung wollte Katarina Labuda genauso weiterleben wie zuvor. Spätestens in drei Monaten sei sie wieder am Arbeitsplatz, hatte sie ihrem Chef gesagt. Ein Bettchen war gekauft, die Windeln standen bereit. Mit dem Buch »Jedes Kind kann schlafen lernen« sollte das Ein- und Durchschlafen trainiert werden.

Doch dann kam es anders, erzählt die junge Mutter heute. Während wir in ihrer schicken Dreizimmerwohnung auf einem grünen Teppich sitzen, dessen hoher Flor an Gras erinnert, spielt Esther, knapp zwei Jahre alt – ohne Windel – mit einem Legespiel. Nicht nur der Designerteppich erzählt von Labudas Leben als Portfoliomanagerin bei einer Bank. Ihre Wohnung mitten in der Finanzmetropole Frankfurt, direkt am Main gelegen, ist von Preis und Lage wie gemacht für Banker, die nur um die Ecke gehen müssen, um im Büro zu sein.

»Artgerecht« heißt: Den natürlichen Bedürfnissen nachgehen

Töchterchen Esther erwies sich als ein Kind, das nicht gut alleine schlafen konnte, und Katarina Labuda als eine Mutter, die es nicht aushielt, wenn ihr Kind weinte. Ihre Intuition sagte ihr eindeutig, was sie tun sollte: stillen, wann immer Esther es wollte, sie bei sich im Bett schlafen lassen und auch die übrige Zeit eng am Körper tragen. Gleichzeitig bekam sie von allen Seiten zu hören, all das sollte sie auf keinen Fall tun.

Unterstützung fand Katarina Labuda in einem Seminar von Nicola Schmidt und Julia Dibbern, den Gründerinnen von »artgerecht«. Dieser noch kleinen Bewegung, getragen von Bloggerinnen, Autorinnen und sogenannten »artgerecht-Coaches«, geht es um mehr als Tipps zur Säuglingspflege: Sie bündelt eine ganze Reihe von Seh

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