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Sehnsucht nach meiner Insel

von Doris Weber vom 22.02.2015
Welche drei Dinge würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? Diese Frage haben wir uns als Kinder oft gestellt. Ich nahm meine Puppe Inge mit, Tante Gertruds Grießklößchen mit Heidelbeerkompott und mein Bilderbuch Kasperl Larifari. Das Inselleben stellten wir uns romantisch vor: Wildnis, blauer Himmel, smaragdgrünes Meer. Ein Paradies. So ähnlich wie auf dem Titelfoto des aktuellen Publik-Forum EXTRA »Inseln«
Eine Insel mitten im Meer - Sehnsuchtsort für viele. Inseln und ihre Bedeutung für den Menschen sind Thema des neuen Publik-Forum EXTRA. (Foto: photocase.de/misterQM)
Eine Insel mitten im Meer - Sehnsuchtsort für viele. Inseln und ihre Bedeutung für den Menschen sind Thema des neuen Publik-Forum EXTRA. (Foto: photocase.de/misterQM)

Die Insel steht für unsere Sehnsucht nach Ruhe und Frieden. Wenn alles zu viel wird, wenn wir im Strom mitschwimmen und kein Land mehr in Sicht ist, dann sind wir reif für die Insel, für das einfache Leben mit überschaubaren Küstenlinien. Selbst wenn es nur ein paar Stunden sind. Aussteigern empfiehlt dieses EXTRA einen Kurzbesuch auf einer Lauschinsel, um dort zur Langsamkeit zurückzufinden.

Manche Inseln sind an Ort und Stelle zu erreichen. Wenn die Bewohner einer Demenzstation den Duft von Bratkartoffeln riechen oder aus dem Kassettenrekorder die Biene Maja singt, kehren sie auf ihre Insel der Erinnerung zurück und sind für ein paar Minuten wieder mitten im Leben.

Inseln sind schön. Ich kenne Menschen, die sehnen sich ein ganzes Jahr danach, endlich wieder dorthin zurückzukehren, wo es ihnen gut geht. Und die Inselbewohner tragen viel zu diesem Glück bei. Sie pflegen eine besondere Verbindung zu Natur und Tradition – von der Nordsee bis zur Südsee. Doch alles ist käuflich. Auch die Inseln – denken sich reiche Festlandbewohner. Der Ausverkauf findet direkt vor unserer Haustür statt. Gut tausend Einwohnern stehen in Wangerooge nahezu 1500 Appartements im Besitz von Festländern gegenüber.

Es gibt Trauminseln, von denen wir erzählen. Und es gibt Inseln der Albträume. Auch darüber muss berichtet werden: Das, was unsere Gesellschaft nicht in ihrer Mitte haben will, verbannt sie auf die Insel.

Die Insel kann Zuflucht sein, ein guter Platz, um bei sich zu sein. Ein geheimnisvoller Ort im Meer des Unbewussten. Vielleicht sind dort Schätze verborgen. Reisen wir also nach Elafonisos und singen das Loblied der Genügsamkeit, suchen wir die Einsamkeit im Katteg

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