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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Schwarze Stimmen

von Viola Rüdele vom 29.06.2020
Wer sich als weißer Mensch wundert, wo »plötzlich« der ganze Rassismus herkommt, sollte diese Bücher lesen
Deutsche, die unter Rassismus leiden: Die Buchautoren Noah Sow, David Mayonga aka Roger Rekless und Alice Hasters (Fotos:Fotos: pa/Schindler; rogerrekless.bigcartel.com; pa/Eventpress Stauffenberg)
Deutsche, die unter Rassismus leiden: Die Buchautoren Noah Sow, David Mayonga aka Roger Rekless und Alice Hasters (Fotos:Fotos: pa/Schindler; rogerrekless.bigcartel.com; pa/Eventpress Stauffenberg)

Im Kindergarten hatte David Mayonga das erste Mal dieses Gefühl. Dort hörte er den Satz, der ihn ein Leben lang geprägt hat: »Ein Neger darf nicht neben mir sitzen.« So hat der Sozialpädagoge und Rapper, aufgewachsen in einem bayrischen Dorf, auch das Buch genannt, in dem er über sein Leben als Schwarzer Deutscher schreibt. (»Schwarz« ist großgeschrieben, weil es sich um eine politische Selbstbezeichnung handelt.) »Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen«, hat die Kölner Journalistin Alice Hasters aufgeschrieben. Und bereits 2008 hat Noah Sow, Publizistin, Dozentin und Künstlerin aus Bayern, mit »Deutschland Schwarz Weiß« das Standardwerk zu Rassismus in Deutschland verfasst. Diese drei Bücher von Deutschen, die unter Rassismus leiden, sind sehr persönlich und fordern die Leserin gleichzeitig auf, sich selbst kritisch zu hinterfragen. »Rassismus zu bekämpfen heißt zunächst einmal, ihn zu verstehen. Dieser Prozess wird für Angehörige der Mehrheitsgesellschaft nicht schmerzfrei vonstatten gehen können«, erklärt Sow. Dazu gehört, das eigene Selbstbild als »gute« Weiße erschüttern zu lassen und sich seiner Privilegien bewusst zu werden. Hasters schreibt: »Weiße sollten merken, dass ihre Hautfarbe und ihre Herkunft ebenso von Bedeutung sind wie bei allen anderen auch. Weiße waren es, die Menschen rassifiziert und uns voneinander getrennt habe. Sie profitieren bis heute davon, so wie nicht-weiße Menschen bis heute noch die Nachteile dessen spüren.«

Sow weiß, wie unangenehm es für weiße Menschen ist, mit all dem konfrontiert zu werden, und ermutigt immer wieder, trotzdem weiterzulesen: »Lassen Sie uns einen Deal machen: Ich führe Sie auf den folgenden Seiten durch einen zentralen Teil des in diesem Land herrschenden Welt

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