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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2017
Wem gehört die Welt?
Einblicke in die Machtverhältnisse des globalen Kapitalismus
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Schaffen wir das? Oder schafft es uns?

von Barbara Tambour vom 08.07.2017
Sie organisieren Flüchtlingscafés, übernehmen Patenschaften und bauen mit jungen Geflüchteten Gemüse an. Viele ehrenamtliche Flüchtlingshelfer tun das jetzt im dritten Jahr. Wie geht es ihnen heute?
Begegnung in schwieriger Umgebung: Flüchtlingscafé Schlotheim. (Foto: Burhenne)
Begegnung in schwieriger Umgebung: Flüchtlingscafé Schlotheim. (Foto: Burhenne)

Den Freitagabend hält sich Pippa Brück für den Begegnungsabend mit Flüchtlingen frei. Kauft Tomaten, Obst, Brot und Aufstrich ein, holt mit ihrem Auto an drei Häusern Flüchtlinge ab. Im Gemeindehaus im Nachbarort spielt sie Uno oder Yenga mit jungen Männern aus Syrien, dem Irak, aus Eritrea und Somalia. Manchmal reden sie auch nur. Oder einer bringt einen Brief vom Ausländeramt mit, den er nicht versteht. Die 48-Jährige aus dem kleinen Ort Erda im Lahn-Dill-Kreis in Hessen tut, was viele Tausend Menschen in Deutschland tun: Sie engagiert sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe. Wie so viele begann sie damit im Jahr 2015, als die Zahl der Flüchtlinge zunahm, als in Städten und Dörfern Gemeinschaftsunterkünfte in Containern und bald auch Notunterkünfte in Sporthallen eingerichtet wurden. Flüchtlingshilfe wurde zu einer bürgerschaftlichen Massenbewegung. Wie geht es den Freiwilligen heute, zwei Jahre nach dem »Sommer des Willkommens«?

»Viele tun sehr viel«, berichtet Pippa Brück. »Andere sagen: ›Ich muss mal pausieren.‹« Neue Freiwillige im 2000 Einwohner zählenden Erda zu finden, sei »sehr, sehr schwer«. Gerade sucht sie händeringend jemanden, der sich um zwei irakische Mädchen kümmert, ihnen bei den Schulaufgaben hilft. Nicht die schwierigste Aufgabe und im Herbst 2015 eine der begehrtesten: Kindern helfen. »Die Willkommenskultur – die ist ganz schön abgeebbt«, stellt die 48-Jährige fest. Sie selbst engagiert sich nicht nur im sogenannten Freitagstreff, sondern ist auch Ansprechpartnerin für eines von den drei Häusern in Erda, in denen Flüchtlinge untergebracht sind. Neun Flüchtlinge wohnen gegenwärtig darin.

Pippa Brück ist eine empathische

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