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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 14/2018
Geborgen und unbehaust
Was Religion über Heimat sagt
Der Inhalt:
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Pflichtgefühl und Wut und Liebe

von Eva-Maria Lerch vom 27.07.2018
Wenn Väter und Mütter alt und gebrechlich werden, löst das bei ihren erwachsenen Kindern oft eine Flut von widersprüchlichen Gefühlen aus. Doch darin liegt auch eine späte Chance
»Ich bin täglich mit ihr im Rollstuhl spazieren gefahren. Und da war plötzlich eine neue Zärtlichkeit da.« (Foto: photocase.de /Carolin Weinkopf)
»Ich bin täglich mit ihr im Rollstuhl spazieren gefahren. Und da war plötzlich eine neue Zärtlichkeit da.« (Foto: photocase.de /Carolin Weinkopf)
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Am Sonntag war ich mit meinen Eltern im Restaurant. Beide bestellten ein Schnitzel mit Bratkartoffeln. Mein Vater sägte dann verzweifelt an seinem Fleisch herum und behauptete, die Messer wären stumpf. Weil ich sah, dass seine Hände zitterten, zog ich seinen Teller zu mir herüber und schnitt sein Schnitzel in kleine Stücke. Auch meine Mutter kämpfte vergeblich mit ihrer Mahlzeit, und so zerschnitt ich auch ihr Essen für sie. Ich hatte Mühe, meine Erschütterung zu verbergen: Meine Eltern waren wie Kinder geworden.«

Die Frau, die dieses Erlebnis bei einem Klassentreffen mit alten Freunden erzählt, ist jetzt Mitte Fünfzig. Und kaum, dass sie ausgeredet hat, steuern viele ihrer früheren Mitschüler ganz ähnliche Berichte bei: Einer stöhnt über seinen 88-jährigen Vater, der immer noch Auto fährt, o

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