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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2013
Die Entscheidung
Nach dem Rücktritt des Papstes: Was sich in der katholischen Kirche ändern muss
Der Inhalt:

Mein angeknüpftes Leben

von Susanne Krahe vom 27.02.2013
Einst war Susanne Krahe eine vehemente Gegnerin von Organtransplantationen. Dann versagte ihre Niere und sie brauchte ein Spenderorgan. Ein Erfahrungsbericht
Was heißt es, das Organ eines anderen Menschen in sich zu tragen? Für Susanne Krahe ist das ein Lebensthema: »Ein Fremder und ich führen eine ungeplante, eine angeknüpfte Existenz, nie mehr allein und immer angewiesen, auf Gedeih und Verderb verbunden.« (Foto: Romain Quéré - Fotolia)
Was heißt es, das Organ eines anderen Menschen in sich zu tragen? Für Susanne Krahe ist das ein Lebensthema: »Ein Fremder und ich führen eine ungeplante, eine angeknüpfte Existenz, nie mehr allein und immer angewiesen, auf Gedeih und Verderb verbunden.« (Foto: Romain Quéré - Fotolia)
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Es gab eine Zeit, da war ich aus Prinzip dagegen. Wie bei vielen Theologinnen und ihren Ethiklehrern in den 1980er-Jahren pochte mein Herz für jeden Menschen, dessen Gehirn für tot erklärt worden war. Ich bestand auf dessen Recht, »normal«, also am Stillstand des eigenen Pulses, zu sterben. Vor allem verlangte ich für seine Angehörigen die Chance, sich von dem geliebten Menschen zu verabschieden. Eine Organentnahme war für mich »Ausweidung« eines Menschenkörpers. Eine Niere, die an fremde Adern genäht wurde, verachtete ich als »Ersatzteil«, und die Gier nach solchen Werkstücken, die uns ewiges Leben verhießen, fand ich anmaßend, ja skrupellos. War es nicht theologisch inkorrekt, einfach nicht sterben zu wollen, wenn meine Zeit gekommen war?

Diese Zeit kam, als ich gerade dreißig geworden war.

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