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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 4/2013
Die Entscheidung
Nach dem Rücktritt des Papstes: Was sich in der katholischen Kirche ändern muss
Der Inhalt:

»Der Atomkonflikt ist nur ein Vorwand«

von Adelbert Reif vom 22.02.2013
Über die Chancen einer Befriedung zwischen dem Iran und dem Westen. Fragen an den persischen Autor Bahman Nirumand

Herr Nirumand, bei der Münchner Sicherheitskonferenz Anfang Februar gab es eine Annäherung zwischen dem Iran und den USA – kurz darauf machte Ayatollah Khamenei einen verbalen Rückzieher. Sind die Verhandlungen nun gekippt?

Bahman Nirumand: Ganz gekippt sind sie nicht. Das Angebot der USA steht. Auch die Ablehnung von Seiten des Irans ist nicht hundertprozentig, zumal viele führende iranische Politiker darauf drängen, dass Verhandlungen mit den USA zustande kommen – auch Präsident Ahmadinedschad. Die Haltung des Irans ist allerdings ziemlich radikal und mit Bedingungen verbunden, die der Westen so sicherlich nicht akzeptieren wird. Sie sagen: Nehmt uns erst die Pistole von der Brust, dann verhandeln wir.

Was bedeutet das für die Verhandlungen des Irans mit den fünf Vetomächten im UN-Sicherheitsrat plus Deutschland, der Gruppe 5 plus 1, die am 26. Februar stattfinden sollen?

Nirumand: Das sind die gleichen Verhandlungen, die seit zehn Jahren geführt werden. Ich bin skeptisch, dass dabei etwas herauskommt. Im Juni wird im Iran gewählt und ich denke, dass es vorher keine klare Entscheidung geben wird.

Gibt es Neuigkeiten zum iranischen Atomprogramm?

Nirumand: Es gibt Gerüchte, dass der Iran jetzt die Zahl der Zentrifugen erhöht habe und einen Teil des hoch angereicherten Urans für andere Zwecke verwendet als für medizinische. Das sind aber, wie gesagt, Gerüchte.

Woher kommen sie?

Nirumand: Meiner Auffassung nach meistens aus Israel. Von dort wird es an die Volksmudschahedin weitergegeben, die militante iranische Oppositionsbewegung im Iran, die das für bare Münze verkaufen. Bisher haben die Erklärungen dieser Bewegung selten gestimmt, daher bin ich persönlich sehr skeptisch. Obwohl ich nicht ausschließen kann, dass der Iran die Bombe doch plant. Man weiß es schlicht nicht. Amerikanische Geheimdienste erklären, dass es dafür absolut keine Beweise gebe. In Wirklichkeit geht es im Nahen Osten um wirtschaftliche und militärische Interessen. Dass man immer wieder auf den Atomkonflikt zurückkommt, ist eine Irreführung.

Welche Wirkungen haben die Sanktionen, die der Westen gegen den Iran verhängt?

Nirumand: Sie treffen das Volk.

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