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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 19/2019
Abschied von Gandhi
150 Jahre nach seiner Geburt herrschen in Indien Gewalt und Fanatismus
Der Inhalt:
Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!)

Jesus auf dem E-Roller

vom 18.10.2019
Kommendes Jahr lockt Oberammergau wieder mit seinen Passionsspielen. Das Leiden Christi 2020 ist tier-, gender- und jugendgerecht!
Neulich in Oberammergau: »Ich finde es auch total wichtig, dass wir Randgruppen einbeziehen, aber wo sollen wir auf die Schnelle einen schwulen schwarzen Jesusdarsteller herbekommen?« (Zeichnung: Johann Mayr)
Neulich in Oberammergau: »Ich finde es auch total wichtig, dass wir Randgruppen einbeziehen, aber wo sollen wir auf die Schnelle einen schwulen schwarzen Jesusdarsteller herbekommen?« (Zeichnung: Johann Mayr)

Liebes Publikum,

bei den Oberammergauer Passionsspielen 2020 präsentieren wir das Leiden Christ erstmalig in einer innovativen tier-, gender- und jugendrechtlich geprüften Inszenierung. Es wird ein einmaliges Erlebnis!

Wie Sie wissen, hat die Tierrechtsorganisation Peta uns jüngst darauf hingewiesen, dass der Ritt unseres Christus-Darstellers auf einem Esel tierschutzwidrig ist. Stattdessen, so legte Peta uns nahe, solle Jesus zeitgemäß auf einem E-Roller in Jerusalem einziehen. Wir haben diese Kritik bereits beherzigt, Christus mit einem romantischen Bible-Bike ausgestattet und den Darsteller-Esel mit einer Jahresfutterlieferung für das ergangene Unrecht entschädigt. Bei der tierrechtlichen Prüfung wurde zudem deutlich, dass auch der dreimalige nächtliche Einsatz des Hahns, der den Verrat des Petrus zu bekrähen hat, tierschutzrechtlich nicht vertretbar ist. Die Verleugnung des Petrus wird deshalb durch den Alarmton »Cockcrow« aus dem Smartphone des Apostels angekündigt. Auch die Kritik der Gewerkschaft Spedition und Logistik (GSL) am Auftritt des Simon von Cyrene, der Jesus beim Kreuztragen hilft, wird nunmehr berücksichtigt: Der Mann dürfe diese schwere körperliche Tätigkeit nicht ohne Helm und Schutzkleidung ausführen, hatte die Gewerkschaft vorgetragen. Wir haben uns deshalb entschlossen, die Rolle des Simon von Cyrene mit einem Gabelstapler zu besetzen. Zugleich wird auch die Anregung der Oberammergauer Gleichstellungsbeauftragten umgesetzt, die beiden Verbrecher, die mit Jesus gekreuzigt werden, mit weiblichen Darstellerinnen zu besetzen. In einer gendergerechten Inszenierung müssten nicht nur Schächer, sondern auch Schächerinne

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