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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2020
Gott der Gegenwart
Was Christen heute zu sagen haben
Der Inhalt:

Klatsch-Presse

vom 14.09.2020
Ruft Angelas Merkels Pressesprecher etwa montags in allen Redaktionen des Landes an? Oder sprechen sich die Herausgeber konkurrierender Zeitungen ab? Eine Kolumne von Fabian Vogt.
Ist das mit der »Lügenpresse« vielleicht auch so eine Verschwörungstheorie? (Foto: CHROMORANGE / Tscherwitschke / Alamy Stock Photo)
Ist das mit der »Lügenpresse« vielleicht auch so eine Verschwörungstheorie? (Foto: CHROMORANGE / Tscherwitschke / Alamy Stock Photo)

Ein leicht angeheiterter Unternehmensberater beugt sich bei der kleinen Geburtstagsfeier gemeinsamer Freunde zu mir rüber – was ich schon wegen der Mindestabstände ein wenig problematisch finde – und raunt verschwörerisch: »Gell, Herr Pfarrer, man sollte wirklich nicht mehr alles glauben, was in der Zeitung steht.« Mit so einem Tonfall, der auf sofortiges Einverständnis hofft.

Während ich an meinem Aperol Spritz nippe, denke ich: »Vielleicht hätte ich ihm doch erzählen sollen, dass ich als Pfarrer seit Längerem in der Öffentlichkeitsarbeit arbeite, Beiträge für öffentlich-rechtliche Sender mache und auch für Zeitungen schreibe.« Und weil ich immer alles gleich persönlich nehme, wird mir klar: Der Kerl hat mich – ohne es zu ahnen – soeben als Teil der »Lügenpresse« bezeichnet.

Vorsichtig frage ich: »Was genau meinen Sie denn damit?« Daraufhin beugt er sich noch weiter über den Stehtisch, sodass ich seine Aerosole fast schon spüren kann, schaut sich kurz im Garten um und flüstert dann konspirativ: »Na ja, ich denke, die sind alle gesteuert und berichten schon lange nicht mehr objektiv.«

Jetzt bin ich gleichzeitig aufgewühlt und neugierig: »Sagen Sie mal: Wie läuft das denn eigentlich ab? Ruft Steffen Seibert, der Pressesprecher von Angela Merkel, montags alle deutschen Redaktionen an und sagt: ›Über Pegida schreibt ihr gefälligst nur das und das … und wenn nicht, gibt’s Krach mit Angie‹?« »Oder«, frage ich weiter, »sprechen die Herausgeber untereinander ab, welche Fakten sie in den nächsten Ausgaben verschweigen wollen – und dann bekommen alle Journalisten einen Zettel, was sie schreiben müssen? Sind selbst die konservativen Redaktionen der FAZ inzwischen so linksgrün-ver

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