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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2015
Hat Hass eine Religion?
Die perfide Taktik des islamistischen Terrors
Der Inhalt:

Flötist Hufeisen: Ich bin ein Hans im Glück

von Martina Läubli vom 08.02.2015
Hans-Jürgen Hufeisen wurde in einem Gasthauszimmer geboren – und dort zurückgelassen. Erst zwei Tage später fand ihn der Wirt unter einer Decke. Im Kinderheim bekam er eine Blockflöte. »Das hat mein Leben gerettet«, sagt der heute weithin bekannte Flötenspieler und Komponist
Vom Findelkind zum bekannten Musiker, der für den Evangelischen Kirchentag Bühnenwerke schuf und schon über sechzig Platten eingespielt hat: Hans-Jürgen Hufeisen hat eine bewegende Lebensgeschichte (Foto: Stefan Neubig)
Vom Findelkind zum bekannten Musiker, der für den Evangelischen Kirchentag Bühnenwerke schuf und schon über sechzig Platten eingespielt hat: Hans-Jürgen Hufeisen hat eine bewegende Lebensgeschichte (Foto: Stefan Neubig)

Publik-Forum: Hufeisen – ist das Ihr Künstlername?

Hans-Jürgen Hufeisen: Nein, der ist echt. Der Name stammt von meiner Mutter. Das nach oben hin geöffnete Hufeisen ist ein Symbol für Glück – und tatsächlich hat mich das Glück auf meinem Lebensweg nur selten im Stich gelassen. Ich bin ein Hans im Glück. Obwohl die Aussichten nach meiner Geburt zunächst gar nicht rosig schienen.

Warum nicht?

Hufeisen: Ich kam im Winter auf die Welt, im Februar 1954, in einem kleinen Gasthaus im Dörfchen Anrath in der Nähe der holländischen Grenze. Das Gasthaus hatte nur wenige Zimmer und keine Heizung. Dort hat mich meine Mutter nach der Geburt einfach liegen lassen. Der Wirt hat mich zwei Tage später dort entdeckt und das Jugendamt informiert. Dann kam ich für fast drei Jahre in ein Säuglingsheim.

So einen Start ins Leben wünscht sich niemand.

Hufeisen: Dieser Start hat für immer eine dunkle Seite in mein Leben gebracht. Das kann ich nicht ablegen. Das muss ich mit mir rumführen und in mir bewahren.

Wie wirkt sich dieses Dunkle aus?

Hufeisen: Viele Jahre lang habe ich schwarz geträumt. Das geht tatsächlich. Im Traum ging ich durch einen sich ausbreitenden schwarzen Raum. Später gab es eine Erklärung dafür: Im Alter von 25 Jahren sprach ich mit dem Sohn des Wirtes, der mich damals gefunden hat. Sein Vater hatte ihm erzählt, was nach meiner Geburt passiert war: Er hatte mich unter einer Decke gefunden. Da wurde mir klar, dass ich dieses Schwarz wirklich und wahrscheinlich sehr lange gesehen hatte. I

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