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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2018
Himmlische Klänge
Musik als spirituelle Kraft der Religionen
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Himmlische Klänge

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 09.08.2018
Gott erleben in Dur und Moll – und auch ganz anders: In vielen Religionen ist Musik ein Weg zu Gott. Können ihn Juden, Christen und Muslime gemeinsam gehen? Die Titelgeschichte im neuen Publik-Forum
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Tanzender Derwisch in einer spätmittelalterlichen Kirchenruine auf Zypern: »Musik ist die schönste Offenbarung Gottes.« (Foto: pa/Kalaene)
Tanzender Derwisch in einer spätmittelalterlichen Kirchenruine auf Zypern: »Musik ist die schönste Offenbarung Gottes.« (Foto: pa/Kalaene)
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Auf der Bühne steht ein Mann mit Kippa, in der Hand hält er ein Mikrofon. Er singt auf Hebräisch: Kol Ha’ Olam kulo, »die Welt ist eine schmale Brücke«. Langsam und getragen beginnt das israelische Lied, dann wird es flotter, beschwingter. »Das Wichtigste ist, sich nicht zu fürchten«, singt er, und die anfängliche Zögerlichkeit weicht Entschlossenheit und Fröhlichkeit. Der Sänger wird begleitet von jüdischen, christlichen und muslimischen Musikerinnen des Musikprojekts Trimum.

Über Religions- und Kulturgrenzen hinweg gilt Musik als Brücke zu Gott. In den abrahamitischen Religionen wird der eigene Glaube auch durch Melodien ausgedrückt. Mal sanft und harmonisch, dann wieder dröhnend und gewaltig sind sie ein Spiegel der menschlichen Seele, aber auch Sinnbild der verschiedenen Facetten Gottes, wie Menschen ihn sich vorstellen. Musik, schreibt der Theologe Wolfgang Bretschneider, vermag, »vom Unsagbaren eine Ahnung zu vermitteln und dem Unaussprechlichen eine Stimme zu geben«. Sie werde so zur »Klangrede, die über sich hinaus auf eine transzendente Sphäre verweist«.

Wer jemals bewusst die Musik von Johann Sebastian Bach gehört hat, wird jene transzendente Sphäre vielleicht schon einmal gespürt haben. Das ist wohl kein Zufall: »Der Anspruch, durch die Musik die christliche Botschaft auszulegen und zu verkündigen, prägte Bachs Kantatenschaffen«, schreibt der Theologe

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