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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2018
Gott wird Wort
In der modernen Welt vom Unsagbaren reden
Der Inhalt:

Gute Vorsätze fassen für 2019?

Jahreswechsel: Viele Menschen nehmen sich am Silvesterabend vieles vor für die kommende Zeit. Doch meist hält die Absicht nicht lange. Fassen Sie gute Vorsätze fürs neue Jahr? Eckart von Hirschhausen und Ulrike Böhmer sind sich jedenfalls herzlich uneins, ob das was bringt
Gute Vorsätze für 2019: Nützen die was? Da sind ein Kabarettist und eine Kabarettistin uneins: Eckart von Hirschhausen (links)  denkt das Scheitern gleich mit. Ulrike Böhmer (rechts) sieht gar nicht ein, warum sie die Schwelle zum Misserfolg überhaupt ansteuern soll. (Fotos: pa/Nijhof; privat)
Gute Vorsätze für 2019: Nützen die was? Da sind ein Kabarettist und eine Kabarettistin uneins: Eckart von Hirschhausen (links) denkt das Scheitern gleich mit. Ulrike Böhmer (rechts) sieht gar nicht ein, warum sie die Schwelle zum Misserfolg überhaupt ansteuern soll. (Fotos: pa/Nijhof; privat)

Eckart von Hirschhausen: »Ja! Denn Scheitern kann Spaß machen«

»Ändere nicht dein Leben – lebe dein Ändern! Wenn man sich vornimmt zu scheitern, und man tut es, ist man dann eigentlich gescheitert? Oder gescheiter? Sich keine Vorsätze zu nehmen ist jedenfalls so, als würde man auf den aufrechten Gang verzichten, nur weil man stolpern könnte.

Der Haken an allem, was wir mit dem Vorsatz »gut« adjektivieren, ist: Es bedeutet, dass wir so, wie wir im Moment sind, nicht »gut«, nicht »ok« sind. Gerade religiöse oder spirituelle Menschen leben oft mit einem Grundgefühl von Schuld, von »ich muss ein besserer Mensch sein, als ich eigentlich bin«. Mancher denkt: »Wenn die anderen wüssten, wie ich wirklich bin, würde mich keiner mehr lieben.« Dann haben Vorsätze etwas von Fesseln und Dornenkrone.

Anzuerkennen, dass unsere Willenskraft eine endliche Ressource ist und sich über den Tag verbraucht, erklärt sehr gut, warum wir abends und nachts so viel mehr Unsinn machen als am Morgen. Schon deshalb ist es sinnvoll, sich klare Wenn-Dann-Vorsätze zu nehmen. So was wie: Wenn ich nach Hause komme, ziehe ich direkt die Turnschuhe an und mache einen Spaziergang (und setze mich dann erst auf das Sofa mit der Chipstüte). Wenn ich weniger Zuckermüll essen möchte, dann kaufe ich ihn am besten gar nicht erst ein. Wenn ich weniger Fleisch essen möchte, überlege ich mir das nicht jeden Tag neu, sondern mache wie früher einen Sonntagsbraten und unter der Woche Gemüse. Klare Spielregeln. Wenn ich für den Erhalt erträglicher Temperaturen auf der Erde auch weniger »ins Warme« fliegen möchte, dann suche ich mir Urlaubsziele bei Freunden in Deutschland, die eine Sauna haben. Lokale Herzenswärme hilft g

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