Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2012
2012: Wir steigern das Bruttosozialglück
Umbau der Wirtschaft
Der Inhalt:

Gedankenlärm

von Klaus Hofmeister vom 15.01.2012
»Ruhe da oben« heißt das Buch des Psychotherapeuten Andreas Knuf. Ein Gespräch über Wege, die zu einem gelassenen Geist führen
Sorgen sind die Lieblingsspeise unseres Geistes, sagt der Psychotherapeut Andreas Knuf. (Illustration: istockphoto, mod)
Sorgen sind die Lieblingsspeise unseres Geistes, sagt der Psychotherapeut Andreas Knuf. (Illustration: istockphoto, mod)

Herr Knuf, dass Sie begonnen haben, sich so intensiv für unser rastloses Gedankenkino im Kopf zu interessieren, das hat mit einem Traumurlaub zu tun, den Sie mit Ihrer Frau unternommen haben.

Andreas Knuf: Ich war mit meiner Frau auf Koh Samui, einer wunderschönen thailändischen Insel: der Traumstrand, das türkisblaue Meer, es gab Palmen hinter dem Strand und vereinzelte Hütten dazwischen, und eine von den Hütten hatten wir gemietet. Das war das Paradies. Ich war total fasziniert von der wunderschönen Natur dort. In mir breitete sich eine Stille, ein Frieden, eine Entspannung aus, es war ein richtiges Empfinden von Glückseligkeit. Das war am ersten Tag so, am zweiten Tag wurde das Empfinden ein bisschen weniger, und am dritten Tag war es quasi verflogen.

Da lag ich nämlich morgens nach dem Frühstück in der Hängematte, und was war passiert: Ich dachte an zu Hause! Ich war mit Problemen am Arbeitsplatz beschäftigt, ich habe darüber nachgedacht, was ich alles erledigen muss, wenn ich zurückkomme, und, und, und … Eigentlich war ich im Paradies, aber mein Geist hatte schon die Rückreise angetreten und war bereits nach Deutschland abgeflogen. Nach dieser Erfahrung konnte ich mir nicht länger vormachen, dass es an den äußeren Umständen liegt, ob es mir gutgeht oder nicht. Denn schöner als da konnte es wirklich nicht sein. Ich habe verstanden, dass es mit mir und meinem Innern zu tun hat. Ich habe gelitten unter diesem Gedankenlärm, dem Gedankenterror, der einfach nicht aufhören wollte. Ich habe nach Methoden gesucht, um meinen Geist still zu bekommen, weil ich zurückwollte zu diesem Gefühl von Frieden und Glückseligkeit, das ich dort am ersten Tag erlebt hatte.

Wir

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen