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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2012
Ich glaube
Der Konflikt um das Bekenntnis der Christen
Der Inhalt:

Die Gene und der Traum vom Glück

von Brigitte Neumann vom 14.03.2012
Richard Powers schrieb einen Roman über »Das größere Glück«. Er ließ sein Genom vollständig entschlüsseln. Nun weiß er, welche Gesundheitsrisiken er besitzt. Aber verhilft ihm das tatsächlich zu einem glücklicheren Leben?
Der Schriftsteller Richard Powers ist der neunte Mensch, der sein Genom entschlüsseln ließ. Welche Erkenntnisse er daraus zog, schildert er im Interview  (Foto: pa/Moilanen)
Der Schriftsteller Richard Powers ist der neunte Mensch, der sein Genom entschlüsseln ließ. Welche Erkenntnisse er daraus zog, schildert er im Interview (Foto: pa/Moilanen)

Richard Powers schreibt Romane über Informatik, Neurologie, Mathematik, Genetik oder Physik. 2006 wurde er für seinen Roman »Echo der Erinnerung« mit dem wichtigsten amerikanischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem National Book Award. Der Literaturprofessor aus Illinois, USA, gilt als »brainy«. Er ist klug, seine Texte sind anspruchsvoll. Und er ist mutig. Denn der 54-Jährige ist der neunte Mensch, der sein Genom vollständig entschlüsseln ließ. Das heißt, er weiß nun im Detail, welche Gesundheitsrisiken er besitzt.

Der Wissenschaftsromancier betrachtete die Entschlüsselung seines Genoms als Recherchemöglichkeit - als Vorarbeit zu seinem bislang letzten, auch auf Deutsch erschienenen Roman »Das größere Glück« (im Original: »Generosity«). Richard Powers schildert darin ein Szenario aus der nahen Zukunft, in dem die Nachricht, eine Frau sei entdeckt worden, die das Glücks-Gen besitze, zu einer medialen und öffentlichen Hysterie führt, die alle Dementis aus dem wissenschaftlichen Lager unter sich begräbt.

Herr Powers, Ihr Roman »Das größere Glück« liest sich wie ein Bildungsroman, der uns Laien über die Bedeutung aktueller Entwicklungen auf dem Gebiet der Genetik, des Datenschutzes und der Medien aufklärt. War das Ihre Absicht: ein Bildungsroman?

Richard Powers: Ich glaube, diese Romanform war in meinem Hinterkopf, als ich an dem Buch arbeitete. Es spielt mit dem Thema des genetischen Geworfenseins und einer Welt, die den Zufall ausschalten will, um den Menschen dafür die Wahl einzuräumen, wer sie sein wollen. Aber wenn die Welt tatsächlich diesen Weg geht, ist auch die Wahl eine Art Spiegelung der Erzählung, die wir von uns als menschlicher Gattung verfassen. Was denken wir über unsere En

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