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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2018
Die geheimnisvolle Kraft der Kreativität
Der Inhalt:

Kreativität: Die geheimnisvolle Kraft

von Andrea Teupke vom 05.07.2018
Kreativität macht uns zu dem, was wir sind, und verändert die Welt. Doch wo kommt sie her? Und, noch wichtiger: wo führt sie uns hin? Die Titelgeschichte in der neuen Ausgabe von Publik-Forum
Warum sind wir kreativ und zum Beispiel in der Lage, solche wundersamen Farbgebilde wie in dem Bild zu erstellen? Der Dalai Lama, gefragt, warum er kreativ sei, hat lange darüber gekichert und dann gesagt: »Weil ich ein menschliches Wesen bin« (Grafik: www.photocase.de/P:M)
Warum sind wir kreativ und zum Beispiel in der Lage, solche wundersamen Farbgebilde wie in dem Bild zu erstellen? Der Dalai Lama, gefragt, warum er kreativ sei, hat lange darüber gekichert und dann gesagt: »Weil ich ein menschliches Wesen bin« (Grafik: www.photocase.de/P:M)

Was für eine Frage! Der Dalai Lama findet sie so lustig, dass er laut loslachen muss. Warum er kreativ sei? Das spirituelle Oberhaupt des tibetischen Buddhismus hört gar nicht mehr auf zu kichern. »Weil ich ein menschliches Wesen bin«, antwortet er vergnügt. »Mein Gehirn ist aktiv. Immer. Sogar, wenn ich eigentlich meditieren sollte.« Ab Oktober wird jeder den fröhlichen Seelenführer im Kino erleben können: Dann geht der Film »Why Are We Creative?« in den Verleih. Der Regisseur Hermann Vaske hat fast dreißig Jahre lang jedem Promi und jeder Künstlerin, die er vor die Kamera bekam, diese eine Frage gestellt: Warum bist du kreativ? Warum malst du, schreibst du, forschst du? Warum schaffst du Neues?

Die Erklärungen der Künstler, Schauspieler, Politiker (wenige) und Wissenschaftler (einer) sind lustig und düster, erhellend und banal: »Weil ich muss« (David Hockney). »Weil ich verstanden werden will« (Yohji Yamamoto). »Weil ich das Gefühl mag, Sachen zu machen« (William Dafoe). »Keine Ahnung. Erklär du es mir!« (Quentin Tarantino).

Eine Last oder ein Geschenk?

Offensichtlich wird Kreativität unterschiedlich erlebt; sie kann Qual sein oder Gabe, eine Last oder ein Geschenk. Gleichzeitig fasziniert kaum etwas moderne Menschen so sehr wie diese ihre ureigene geheimnisvolle Fähigkeit. Kein Wunder: Kreativität ist schließlich unser Alleinstellungsmerkmal im uns bekannten Kosmos. Ja, ansatzweise gibt es das auch im Tierreich: Schimpansen, die Werkzeuge erfinden. Vögel, die Melodien komponieren. Laubenvögel, die ihre Nester fantasievoll und immer wieder anders schmücken. Und doch bleiben diese Phänomene weit zurück hinter dem überbordenden, schier unerschöpflichen Formenreichtum,

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