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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 7/2020
Der Sinnlosigkeit widerstehen
Ostern in der Corona-Krise
Der Inhalt:

Der allerletzte Troubadour

von Thomas Winkler vom 19.04.2020
Er war einer der ganz großen Popstars und ein Ohrenschmeichler von Rang. Jetzt hat der legendäre Songwriter Gordon Lightfood mit 81 Jahren ein neues Album vorgelegt – eine Auseinandersetzung mit Tod und Endlichkeit
Gordon Lightfoot in seiner Heimat Toronto (Foto: pa/empics/Aaron Vincent Elkaim)
Gordon Lightfoot in seiner Heimat Toronto (Foto: pa/empics/Aaron Vincent Elkaim)

Etwas mehr als zehn Jahre ist es jetzt her, da galt Gordon Lightfoot schon als tot. Die Nachricht vom Ableben des legendären Sängers ging durch die Presse seines Heimatlandes Kanada und machte sich gerade auf den Weg durch den Rest der Welt, als jemand auf die Idee kam, doch mal bei Lightfoot anzurufen. Der ging dann auch ans Telefon. »Mir geht’s gut«, dementierte der damals 71-Jährige die Falschmeldung, »alles ist in Ordnung, meine Gesundheit könnte nicht besser sein.«

Nun, mit 81 Jahren, hat Lightfoot ein noch deutlicheres Lebenszeichen abgesetzt: »Solo« ist sein erstes Album mit neuen Songs seit 16 Jahren – und Dokument eines unerschütterlichen Lebenswillens. Die Texte der Songs sind voll feinziselierter Poesie, die Melodien unaufdringlich, aber doch ansteckend. Zwar ist der Bariton brüchig geworden, aber immer noch schwingt in ihm eine Ahnung jener Stimme, die Lightfoot vor einem halben Jahrhundert berühmt gemacht hat. Eine Stimme wie ein samtenes Kissen, von dem man den Kopf niemals mehr heben möchte.

Lebenszeichen des Totgeglaubten

Denn, und das wird heute gern vergessen, wenn man den mittlerweile hageren, eingefallenen Mann sieht: Lightfoot sah mit Locken, Schnäuzer und stattlicher Figur nicht nur aus wie ein Popstar, er war auch einer der größten der Welt. Damals, in den 1970er-Jahren, hatte er alles: die Stimme, die Hits, die Partys, die berühmten Freunde und die Frauen, die er reihenweise unglücklich machte. Heute ist er in den Worten von Robbie Robertson, dem Gitarristen von The Band, »ein Nationaldenkmal«. In seiner Heimatstadt Orillia in Ontario steht bereits seit sechs Jahren eine vier Meter hohe Skulptur des Sängers aus Bronze. Li

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