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Kolumne von Anne Lemhöfer
Bärchenwurst im Herzen

Angesichts der Flutkatastrophe und der Klimakrise macht sich Anne Lemhöfer Gedanken über die eigene Selbstgerechtigkeit und darüber, wie schnell man sich mit neuen Realitäten arrangiert
vom 14.08.2021
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Bärchenwurst: Die Kinder unserer Kolumnistin mögen sie, aber toll fürs Klima ist sie nicht (Foto:pa/Niehoff)
Bärchenwurst: Die Kinder unserer Kolumnistin mögen sie, aber toll fürs Klima ist sie nicht (Foto:pa/Niehoff)

Meine Freundin Jule kauft nur noch Kleidung vom Flohmarkt. Ich fahre kein Auto mehr, sondern nur noch Lastenrad. Würde man uns verschmelzen und einen einzigen Menschen aus uns beiden machen, wären wir die perfekten Klimaschützerinnen. Aber wir werden zwei Individuen bleiben, deshalb streiten wir uns gern. Wer ist besser? Einmal haben wir unsere Klima-Fußabdrücke ausgerechnet und verglichen. Wir waren beide ziemlich durchschnittlich. Keine von uns war besser. Wir waren okay. Mehr nicht. Jule kauft Bio, fährt aber überallhin mit dem Auto. Ich dagegen bilde mir viel auf mein Lastenrad ein, ja, ich fühle mich wie der Klimaschutz auf drei Rädern, wenn hinter mir in den engen Gassen von Frankfurt-Bornheim die SUV-Fahrer hupen. Manchmal habe ich Angst, dass mir dabei vor lauter Selbstgerechtigkeit gleich ein Reifen platzt. Dafür könnte der DHL-Mann sich bei uns seinen Zweitwohnsitz eintragen. Und die Kinder essen abgepackte Bärchenwurst.

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