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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2020
Menschen statt Grenzen
Wie eine Feministische Außenpolitik die Welt verändern könnte
Der Inhalt:

Abgeschottet im Körperpanzer

von Thomas Winkler vom 18.03.2020
Christchurch, Utøya, Halle, Hanau: All diese rassistischen Attentäter waren Männer. Und sie hassten Frauen. Woher kommt die »toxische Männlichkeit«? Fragen an den Männerforscher Christoph May
Supermänner: Toxische Rollenmuster werden von den Vätern auf die Söhne übertragen (Foto: istockphoto/vadimguzhva)
Supermänner: Toxische Rollenmuster werden von den Vätern auf die Söhne übertragen (Foto: istockphoto/vadimguzhva)

Publik-Forum: Herr May, Deutschland ist schockiert von den Anschlägen in Hanau und Halle, die von rassistisch motivierten Männern verübt wurden. Immer öfter hört man nun den Begriff »toxische Männlichkeit«. Was ist damit gemeint?

Christoph May: Das ist ein soziologischer Begriff, der vergiftete, zerstörerische Männlichkeiten beschreibt. Er wird oft missverstanden. Viele Männer reagieren beleidigt auf den Begriff, weil sie glauben, sie selbst als Individuum würden damit als toxisch klassifiziert. Gemeint ist aber eine Gesellschaft, die von toxischen Verhaltensweisen geprägt ist: Da werden wir schon als Söhne in Strukturen groß, die wir übernehmen und täglich reproduzieren, weil wir unsere gewohnten Männerbünde nicht verlassen. Es geht um die Macht von Privilegien, die wir genießen, für die wir aber blind geworden sind.

Aber wenn Männer blind für diese Strukturen sind, bedeutet das ja auch, dass ihre Männlichkeit an sich schon toxisch ist …

May: Und es ist nicht ersichtlich, wie eine weniger toxische Männlichkeit aussehen könnte. Selbstkritik, Männerbünde aufbrechen, emotionale Sprachlosigkeit überwinden, das wäre ein Anfang. Stattdessen gibt es reaktionäre Bewegungen wie etwa die mythopoetische Männerbewegung um John Aigner in Berlin. Die wollen zurück in den Wald, ums Feuer rennen und sich in Schwitzhütten setzen, um dort ihren archaischen Eisenhans wiederzufinden. Deren Männerkonferenzen erinnern äußerlich an Treffen von New-Age-Jüngern, dort begegnet einem viel antifeministisches, misogynes und rechtes Gedankengut. Mit einer neuen, positiven Männlichkeit hat das nichts zu tun. Im Gegenteil, hier geht es um Bestä

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