Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 5/2020
Menschen statt Grenzen
Wie eine Feministische Außenpolitik die Welt verändern könnte
Der Inhalt:

Warum sind Naturfilme so faszinierend?

von Markus Dobstadt vom 13.03.2020
Vorgespräch: Fragen an Gudrun Winter, die ein Naturfilmfestival mit beeindruckenden Bildern organisiert

Publik-Forum: Frau Winter, Sie bereiten ein mehrtägiges Naturfilmfestival im Taunus vor. Was erwartet die Besucher?

Gudrun Winter: Wir zeigen in Hofheim, Bad Soden und Kronberg bei Frankfurt fünfzig Filme von den besten deutschen und internationalen Naturfilmern. Es sind bildgewaltige Aufnahmen vom Meer vor Island, den Polarwölfen in Kanada oder den Walen zu sehen. Ein Film beschäftigt sich mit dem Wasser und dem Eis in Österreichs Hochgebirgslandschaft, ein anderer zeigt die Serengeti, von Neuseeland sind tolle Luftaufnahmen zu sehen.

Warum sind Naturfilme so faszinierend?

Winter: Wenn ein Kind einen Regenwurm sieht, hat es automatisch Interesse. Das schlummert auch in uns Erwachsenen. Die Technik erlaubt heute außerdem atemberaubende Aufnahmen. Früher wurde Natur mehr dokumentiert, heute erzählen die Regisseure Geschichten. Die Zuschauer können sich als Teil eines größeren Ganzen fühlen, besonders wenn sie die Filme auf einer großen Leinwand und in der Gemeinschaft sehen.

Durch Artensterben, Klimakrise und Plastikmüll ist die Natur heute extrem bedroht. Sieht man die Naturzerstörung auch in diesen Filmen?

Winter: Auch wenn die schönen Bilder überwiegen, ist die Naturzerstörung ein großes Thema. Es geht um das Insektensterben, die Müllproblematik oder die Frage, wie sehr die Meeresspiegel durch die Eisschmelze steigen, oder was im Klimawandel aus den Wäldern wird. Wir thematisieren aber auch, was man tun kann. Ein Film zeigt, wie durch neu angelegte Biotope am Bodensee wieder Lebensraum für Tiere geschaffen wurde. Ein anderer, wie biologische Landwirtschaft funktioniert.

Kann man denn noch heile Natur zeigen angesichts der Bedrohung?

Winter: In Passion for Planet erzählen fünf Naturfilmer, dass die Natur nur noch in Enklaven so schön ist. Sobald sie die Kamera ein wenig zur Seite drehen, haben sie den Müll, die Touristengruppe oder das Atomkraftwerk im Bild. Sie fragen sich, ob sie nicht einen falschen Eindruck erwecken. Ich finde aber, man muss solche Filme machen. Wir wollen Liebe und Verständnis wecken für die Natur. Dafür müssen wir zeigen, wie schön sie ist. Und wie viel wir von ihr noch nicht wissen.

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen