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Die schwierige Bibel
Verzwickte Familienverhältnisse

Ein »Menschensohn« ist kein »Göttersohn«. Doch wie passt das zur Jungfrauengeburt, fragt unser Leser Klaus-Peter Thiele. Der Neutestamentler Christian Schramm über die unterschiedlichen Antworten auf die Frage nach der Herkunft Jesu – und was die Autoren damit bezwecken wollten.
vom 22.12.2025
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Christian Schramm (Foto: Google Arts & Culture)
Christian Schramm (Foto: Google Arts & Culture)

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Die Frage nach Jesu »Anfang« bewegt seit jeher die Gemüter, gerade an Weihnachten. Sie kann unterschiedlich akzentuiert angegangen werden: historisch, dogmatisch, biblisch-literarisch. Auch unseren Leser Klaus-Peter Thiele treibt diese Frage um, insbesondere die Spannung zwischen Jungfrauengeburt und Gottessohnschaft auf der einen und dem Menschensohn-Titel auf der anderen Seite.

Für die ältesten Quellen (Paulus, Markusevangelium) ist klar: Jesus ist Sohn Gottes. Zeugungsfragen und Geburtsvorgänge interessieren beide so gut wie nicht. Das Johannesevangelium wiederum greift weit vor die Geburt Jesu zurück und spricht in poetisch-hymnischer Form von der Fleischwerdung des Logos (Wortes), der »im Anfang« war (1,1): »Und der Logos wurde Fleisch und wohnte/zeltete unter uns« (1,14).

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Peter Lehmann 31.01.2026, 10:42 Uhr:
Sehr geehrter Herr Behrendt, ja was denn sonst? Der Bibel geht es um den Glauben und nicht um die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Selbst Johannes vermerkt am Ende seines Evangeliums (20,31): Dies alles ist geschrieben, "damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus ist". Mitnichten ist diese Einsicht ein Eingeständnis der Theologen. Wahrlich, wer der Meinung ist, dass es der Bibel um wissenschaftliche Erkenntnisse geht, befindet sich auf einem Holzweg. Dank den Theologen, die mit wissenschaftlichen Methoden die Bibel erschließen und damit Wege zum Glauben öffnen. Paulus meint: Wer mit dem Herzen glaubt, wird gerecht. Ich glaube nicht an die Bibel, sondern an Gott, der mir in Christus Jesus begegnet.

Eckhard Behrendt 30.01.2026:
Selten habe ich ein solches Eingeständnis gelesen von einem Theologen, dass es in der Bibel und den daraus abgeleiteten Schlussfolgerungen nicht um Wissenschaft, sondern einzig und allein um das Glauben an diese Märchengeschichten geht. Er schreibt: »Zeugungsfragen und Geburtsvorgänge interessieren beide so gut wie nicht.« »Das bunte Nebeneinander (Gottes Sohn, Davids Sohn) ist […] unproblematisch. Entscheidend ist die Glaubensüberzeugung.« »Jungfrauengeburt und Geistzeugung sind in erster Linie theologische Aussagen und keine biologischen.« »Beim Blick auf das Kind in der Krippe handelt es sich um Glaubensentscheidungen.« Das ist für mich der Beweis, dass es den Theologen nicht um Wissen, sondern einzig und allein um Glauben geht.

Georg Lechner 28.12.2025, 09:21 Uhr:
Es ist wohl klar, dass Jesu Gottessohnschaft nicht biologisch zu verstehen ist, denn das wäre dann das Ergebnis einer lesbischen Fernzeugung gewesen (Geist ist in Jesu Muttersprache weiblich konnotiert). So etwas hatten nicht einmal die Griechen der Antike , die ansonsten sehr phantasiebegabt waren (Athene als Kopfgeburt von Zeus), auf dem Schirm.
Wenn sie aber geistig zu verstehen ist (siehe bei Johannes, wonach Gott Geist ist und nur im Geist und in der Wahrheit recht anzubeten ist), dann sind wir beim prinzipiellen Potential aller Menschen zur Gotteskindschaft (Leben im Geist der Bergpredigt). In diesem Sinne sind wir dazu berufen, Licht (Beispiel) und Salz (Kritik an der Weisheit dieser Welt, also der kapitalistischen Machtverhältnisse) der Erde zu sein. Wenn das niemand mehr wäre, wären wir gemäß Liedtext jenseits von Eden in Verhältnissen, die in "Tauet Himmel den Gerechten" mit "in von Gott verlass'nen Gründen herrschten Satan, Tod und Sünden" umschrieben werden.

Günter Siener 17.12.2025, 12:02 Uhr:
Die heutigen Exegeten sind sich weitgehend einig, dass die Kindheitserzählungen Jesu bei Matthäus und Lukas Geburtslegenden sind, wie sie damals von vielen bedeutenden Menschen, wie z.B. die Cäsaren Roms, auch geformt wurden. Es handelt sich dabei um bildhafte, zeichenhafte Ausdrucksformen, die innere Ergriffenheit und gläubige Überzeugung auszudrücken versuchen. Da steht eine herausragende historische Persönlichkeit im Mittelpunkt, deren Bedeutung für die Leser stilisierend und schematisierend erzählt wird. In unserem Fall geht es um Jesus, dessen einzigartige Beziehung zu Gott mit dem damals üblichen Verwandschaftsverhältnis "Sohn" bildhaft ausgedrückt wird. Auch die Ägypter, die Griechen und die Römer bezeichneten ihre Staatsoberhäupter als Gottessöhne. Wenn wir diese Erzählungen wortwörtlich und nicht sinnbildlich nehmen, verstehen wir sie falsch und haben dann große Probleme, sie mit unserem biologischen Wissen in Einklang zu bringen.

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