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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 24/2022
Der Inhalt:

Leserbrief
Kein Krieg ist gerecht

vom 16.12.2022
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Zu: »Das Ende der Unschuld« (22/22, Seite 10)

Ein Krieg ist nicht gerecht. Einen Krieg vorzubereiten schon? Die Frage drängt sich mir auf bei der Lektüre der Überlegungen von Matthias Drobinski. Angesichts des Überfalls Russlands auf die Ukraine spreche ich mich in der aktuellen Situation nicht gegen Waffenlieferungen an die Ukraine aus. Aber müssten wir nicht dieser Tage auch Waffen an die Kurden im Nordirak und in Syrien liefern, damit sie sich gegen türkische Angriffe zur Wehr setzen können? Und welche Seite müssten wir im Jemen mit Waffen unterstützen? Ich frage mich: Warum setzen wir überhaupt auf militärische Waffen, wo es doch der hochgerüsteten Nato nicht gelungen ist, das russische Wüten in Syrien und jetzt in der Ukraine zu verhindern? Auch konnten die Armeen der USA und Russlands weder Vietnam noch Afghanistan befrieden. Ich bin mir sicher, hätte Deutschland das Geld, das der Bundeswehreinsatz in Afghanistan gekostet hat, in zivile Aufbauprojekte gesteckt, statt eine korrupte Regierung zu stützen, hätten die Taliban deutlich an Rückhalt verloren.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 24/2022 vom 16.12.2022, Seite 58
"Ein Kind ist uns geboren"
Über die Macht der Ohnmächtigen

Josef Klein, Backnang

Auch ich habe keine saubere Lösung, mahne aber eine Besinnung auf schwere westliche Verfehlungen ein, nämlich die völkerrechtswidrigen Kriege 1999 und 2003, die die Hemmschwelle für Putins Krieg gegen die Ukraine unverantwortlich gesenkt haben und mit der Missachtung der Uno durch die beteiligten Staaten auch gegen das damalige Primärrecht der EU verstoßen haben. Die Verantwortlichen wurden bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen. Will man warten, bis auch Xi Jinping in Taiwan zum Nachahmungstäter wird? Georg Lechner, publik-forum.de

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Matthias Drobinski streift die Lehre vom gerechten Krieg – es scheint ihm unbekannt zu sein, dass der an Bedingungen gebunden ist: 1. als letztes Mittel, 2. ein großes Gut zu verteidigen, und 3. mit Aussicht auf Erfolg, wobei 4. der Preis nicht höher sein darf als das zu verteidigende Gut. Ist es all die Menschenleben, Zerstörungen, die damit bewirkte Klimaerhitzung, den Hass unter Nachbarn wert? Wird da nicht jeder moderne Krieg unverantwortlich? Peter Öfferlbauer, A-Wels

Es ist zum Verzweifeln: Seit über zehn Jahren organisiere ich Friedensdemonstrationen mit, die wir vom Ostermarschkomitee Rhein-Ruhr an jedem Tag der Deutschen Einheit an der Nato-Luftleitzentrale Kalkar/Niederrhein durchführen. Ende November 2021 erklärte Nato-Generalsekretär Stoltenberg im Nato-Talk 21 in Berlin, man behalte sich die Stationierung nuklearer Systeme in Osteuropa vor. Das stellt eine umgekehrte Kuba-Krise dar. Für den Krieg Russlands ist das alles keine Entschuldigung, neben dem menschlichen Leid gibt es ein inakzeptables Risiko eines Krieges in einem Land mit 15 Nuklearreaktoren. Dieses Risiko ging die Nato nicht minder ein. Sie überging rigoros die Warnungen westlicher führender Strategen, darunter George F. Kennan, Ex-CIA-Chef Burns und der ehemalige US-Botschafter in der Sowjetunion, dass die Nato-Osterweiterung die Gefahr eines militärischen Konflikts heraufbeschwört. Dieses Menschheitsrisiko in Kauf zu nehmen und jetzt Russland die Alleinschuld für die Spannungen in Osteuropa zuzuschieben, das mag – in den Worten von Olaf Scholz – auf den ersten Blick logisch klingen, ist aber irrig. Wer das bewusst macht, betreibt Kriegspropaganda. Bitter, wenn jetzt immer mehr einstige Weggefährtinnen und Weggefährten der Friedensbewegung gegen den Pazifismus Stellung beziehen, indem sie etwa unterstellen, wir würden um eines lieb gewordenen Prinzips die Opfer verraten, wir seien Lumpenpazifisten, unsere Haltung sei toxisch. Toxisch ist die Scheinheiligkeit der Nato und ihrer Lobby. Bernhard Tautvetter, Essen

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