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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 20/2012
Hoffen und Widerstehen
Konziliare Versammlung: Reformchristen suchen einen neuen Aufbruch
Der Inhalt:

Sehr geehrte Frau Pfarrerin Wessel-Mülzhobel!

Neulich haben meine Frau und ich am Frühstückstisch die Zeitung gelesen, also mehr ich als meine Frau. Und bei der Lektüre sind wir darauf gestoßen, dass Ihre evangelistische Kirche am 31. Oktober ein sogenanntes Reformationsfest feiert. Und da wollte ich mal fragen, was es denn damit auf sich hat. Ich habe davon noch nie gehört.

Ich kenne Reformen in der Politik – also in Wirklichkeit eher keine –, ich kenne das Reformhaus bei mir um die Ecke, ich habe neulich auch mal von einer Reformschule gelesen. Bei diesen Papstgläubigen gibt es wohl einen Reformstau, wenn ich das richtig verstanden habe. Aber was ist denn bitte das Reformationsfest? Welche Formation wird denn da reanimiert oder reformatiert? Ist das ein Tag, an dem viel getanzt wird? Unsere Tochter macht in ihrem Tanzklub oft beim Formationstanz mit, tolle Sache. Also, da kann ich mir was drunter vorstellen. Vielleicht ist es die Aufgabe der Tänzer, immer wieder zu ihrer Ursprungsformation zurückzufinden? Das kann manchmal in der Tat schwierig sein.

Dann ist da auch immer von einem Reformator die Rede. Ich muss gestehen, dass ich dieses Wort auch noch nie gehört habe. Ich kenne einen Generator, den haben wir im Keller, aber was soll denn der Reformator für ein Gerät sein? Na ja, heutzutage gibt es natürlich immer wieder neue technische Errungenschaften, von denen noch keiner gehört hat. Aber dass gerade die Kirche auf diesem Gebiet etwas Neues erfunden haben sollte, das kann ich mir eigentlich nicht vorstellen.

Sehr geehrte Frau Pfarrerin, Sie müssen entschuldigen, aber ich kenne mich in der Kirche nicht so aus. Meine Frau auch nicht. Wir finden es aber schön, dass Sie die Glocken am Sonntag läuten, weil’s auch nicht