Kommentar
Im Schatten der Münsterschwarzacher Türme
Die Vorwürfe gegen Anselm Grün, er habe sich in den 1990er-Jahren dafür eingesetzt, dass ein Sexualstraftäter als Priester weiterbeschäftigt wurde, haben für großes Aufsehen gesorgt. Die einen beklagen eine Gnadenlosigkeit, mit der jahrzehntealte Verfehlungen ans Licht gezerrt wurden. Sie sagen: Es ist nicht Sache der geistlichen Begleitung, über Menschen den Stab zu brechen. Die anderen fühlen sich in ihrem (Vor)Urteil bestätigt, dass beim Thema »sexueller Missbrauch« selbst die renommiertesten Persönlichkeiten nach dem Motto handeln: Nichts gehört, nichts gesehen, nichts gewusst.
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