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Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser,

vom 24.09.2021
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Santo Subito! Als Papst Johannes Paul II. im Jahr 2005 starb, forderte die Menge auf dem Petersplatz die sofortige Heiligsprechung des »Jahrhundertpapstes«. Was dann auch im Rekordtempo geschah. Gut 15 Jahre später sieht man deutlicher, welch schweres Erbe dieses Pontifikat der katholischen Kirche hinterlassen hat. Daran musste ich denken, als ich den politischen Hauptartikel von Christoph Seils las (Seite 12). Er warnt vor einer verfrühten Heiligsprechung der scheidenden Kanzlerin. Nun sind Kanzlerinnen keine Päpste und protestantische Pfarrerstöchter nicht unbedingt Anwärterinnen für katholische Heiligsprechungen, auch wenn – wie Matthias Drobinski fein herausgearbeitet hat – der christliche Glaube für Angela Merkel systemrelevant ist und immer wieder bei wichtigen Entscheidungen als Hintergrundfolie durchschimmerte (Seite 17). Der Vergleichspunkt ist ein anderer: Geschichte wird – wenn überhaupt – rückwärts verstanden, also vom Erbe her.

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