Religionen werden grün
Die Religionen sollen einen Dialog miteinander aufnehmen, »der auf die Schonung der Natur, die Verteidigung der Armen und den Aufbau eines Netzes der gegenseitigen Achtung und der Geschwisterlichkeit ausgerichtet ist«. Das wünscht sich Papst Franziskus. Diesen Dialog gibt es bereits, zumindest in bemerkenswerten Ansätzen. Schon in seiner grundlegenden Schrift »Projekt Weltethos« hat Hans Küng 1990 – im Anschluss an den Philosophen Hans Jonas – die planetarische Verantwortung für die Zukunft der Erde und das Überleben der Menschheit hervorgehoben. In der »Erklärung zum Weltethos«, die auf das Parlament der Weltreligionen von 1993 zurückgeht, heißt es: »Als Menschen haben wir – gerade auch im Blick auf künftige Generationen – eine besondere Verantwortung für den Planeten Erde und den Kosmos, für Luft, Wasser und Boden. Wir alle sind in diesem Kosmos miteinander verflochten und voneinander abhängig (...). Nicht die Herrschaft des Menschen über Natur und Kosmos ist zu propagieren, sondern die Gemeinschaft mit Natur und Kosmos zu kultivieren.« Der interreligiöse Dialog muss intensiviert und neu ausgerichtet, mancherorts vielleicht auch wiederbelebt werden, um gesellschaftlich wirkungsvoller zu werden. Wir können dabei auf das kulturensensible und differenzbewusste »ökologische Weltethos« zurückgreifen, das bereits vor rund zwanzig Jahren vom Frankfurter Theologen Hans Kessler angedacht wurde. Auch der Tübinger Philosoph Otfried Höffe hat »Bausteine für ein ökologisches Weltethos« zusammengetragen. Und der frühere EKD-Ratsvorsitzende Bischof Wolfgang Huber hat unter dem Stichwort »planetarisches Ethos« besonders die ökologische Dimension hervorgehoben.
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