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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2014
Papst Franziskus und seine Gegner
Der Inhalt:

Architektur des Friedens

von Claudia Mende vom 08.08.2014
Stadtplanung kann Konflikte verschärfen oder zur Lösung beitragen. Eine Ausstellung in München

Architekten, meint Andres Lepik, sollten sich nicht nur mit Fragen der Planung, der Ästhetik und der Finanzierung ihrer Objekte beschäftigen. Der neue Direktor des Architekturmuseums der Technischen Universität München will ein »neues gesellschaftliches Bild des Architekten« in die Debatte bringen und die Vertreter des Berufs aufrufen, »sich ihrer Verantwortung für die Gesellschaft zu stellen«. Denn Architektur, sagt Lepik, kann Menschen zusammenbringen oder Differenzen schaffen, sie ist weit mehr als Technik und Ästhetik. Stadtplanung kann Konflikte verschärfen oder zu ihrer Lösung beitragen. Beeindruckende Beispiele für eine »Architektur des Friedens« zeigt das Architekturmuseum jetzt in einer aktuellen Fotoausstellung.

Die Idee zu der Münchner Ausstellung in zwei Teilen ist im Rahmen eines Forschungsprojekts von Architekten, Wissenschaftlern und Journalisten rund um das Internetportal Architecture of Peace entstanden. »The Good Cause: Architecture of Peace – Divided Cities« zeigt anhand von acht Fallbeispielen aus Afghanistan, dem Kosovo, Südafrika, Ruanda, Israel und Palästina, wie Architektur zum friedlichen Wiederaufbau beitragen kann – aber auch welche Hindernisse es dabei gibt. Zu jedem Beispiel gibt es Videomaterial, Schautafeln, Karten und Broschüren.

Ein beeindruckendes Beispiel sind die Babur-Gärten in Kabul. Die alte Palastanlage in der afghanischen Hauptstadt hat einen hohen Symbolwert für die Einheit des Landes. Der südafrikanische Architekt Jolyon Lesie hat eine der wenigen Grünflächen Kabuls mit Unterstützung der Aga Khan Stiftung wiederaufgebaut. Heute ist der Park ein äußerst beliebter öffentlicher Garten, der Arbeitsplätze bietet, von den Kabulern häufig für Feste genutzt wird und zu einem friedlichen Miteinander beiträgt.

Die Ausstellung verdeutlicht aber auch die architektonischen und politischen Probleme beim Wiederaufbau der vom Krieg zerstörten Gebiete: Die Kämpfe haben die Menschen in die Städte getrieben, weil sie dort mehr Sicherheit finden. Krieg bedeutet deshalb in der Regel einen Schub in Richtung Urbanisierung. Gleichzeitig entsteht bei Konflikten ein Vakuum in der nationalen Politik, die Strukturen zur Selbstregulierung der Zivilgesellschaft brechen zusammen. Es gibt viele Beispiele für die verheerenden Auswirkungen von ungeregelter Planung beim W

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