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»Wenn ich nicht mehr weiterweiß …«

Sie suchen ein bisschen Zuwendung, ein paar Stunden Ruhe und ein warmes Essen.
Bei der Berliner Ärztin
Jenny de la Torre bekommen Obdachlose nicht nur Pillen
von Monika Herrmann vom 16.08.2013
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Guido hat diesen Blick, der sofort erkennt, wer welche Hilfe braucht. Niemand kommt an seinem Anmelde-Tresen vorbei. »Ich schaue die Patienten an und weiß, dass sie oft nicht nur Magenschmerzen haben, sondern auch Läuse oder Würmer, die sich in ihre offenen Wunden an den Beinen eingefressen haben.« Guido ist examinierter Krankenpfleger. Sein Arbeitsplatz ist ein etwas unkonventionelles Gesundheitszentrum in der Mitte Berlins. Wer hier ankommt, ist ganz unten, hat keinen festen Wohnsitz, keine Krankenversicherung, kein Geld und lebt auf der Straße. Meistens jedenfalls. Der junge Mann, der gerade an Guidos Tresen steht, war viele Jahre in keiner Arztpraxis. Aber jetzt tut ihm alles weh, er hustet und hofft auf ärztliche Hilfe. Er hat von dieser ungewöhnlichen Arztpraxis erfahren, dass hier Menschen wie er nicht abgewiesen werden. Und nun sitzt er auf einem der weißen Stühle und wartet auf die Ärztin. Jenny de la Torre heißt sie, vor rund zehn Jahren hat sie das Zentrum gegründet. Die Arztpraxis im Parterre gehört dazu.

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