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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 15/2013
Die Andersleute
Haben die Orden noch eine Zukunft?
Der Inhalt:

die blüten des ewigen lebens

von Thomas Bastar vom 16.08.2013
Der Weg der Erkenntnis, der Weg der guten Taten und der Weg der hingebungsvollen Liebe: Die »Welt der Religionen« auf der Internationalen Gartenschau in Hamburg

Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna, Krishna, Hare, Hare«, schallt es von der Bühne herab. Eine Gruppe hinduistischer Musiker spielt Bhajans, indische Lobpreislieder. Ein älterer dunkelhäutiger Mann in weißem Anzug tanzt vor der Bühne versunken zur Musik. Menschen schlendern vorüber, einige bleiben stehen oder setzen sich auf die bereitstehenden Stühle. Andere streben nach rechts, wo die Gärten der Religionen liegen.

Erstmals bei einer Gartenausstellung haben sich Vertreter von fünf Weltreligionen zusammengetan, um den Besuchern der Internationalen Gartenschau (kurz igs genannt) in Hamburg ein geistliches Angebot zu präsentieren. Waren es bei früheren Gartenausstellungen und Bundesgartenschauen nur die Christen, die konfessionsübergreifend ein religiöses Element beisteuerten, so sind jetzt in Hamburg auf 6000 Quadratmetern fünf Religionsgärten zu besichtigen. Sie gruppieren sich um einen zentralen Brunnen. Unter hohen Bäumen sprudelt Wasser aus fünf Wasserstrahlen in hohem Bogen in eine große Wasserschale aus Edelstahl und Stein.

»Als wir begannen, die Veranstaltung vorzubereiten, haben wir zuerst danach gesucht, was uns verbindet«, erzählt Claus Everdiking, Beauftragter des Erzbistums Hamburg für die Gartenschau. »Und schnell sind wir auf das Wasser gekommen.« Wasser sei in allen Religionen ein Zeichen der Reinheit und eine Quelle des Lebens. Der Brunnen selbst ist vielfältig symbolisch: Die fünf Wasserstrahlen und die fünf Öffnungen, aus denen das Wasser wieder aus der Schale herausläuft, stehen für die fünf Weltreligionen. Deren Verbindung symbolisiert der kleine Teich, den das Brunnenwasser speist. »Aus den Quellen der Religionen fließt so viel Reichtum, dass es überfließt«, erklärt Everdiking.

Das multireligiöse Hamburg ist prädestiniert für einen interreligiösen Garten: Vierzig buddhistische Zentren finden sich in der Hansestadt, mehrere Hindu-Tempel, zwei jüdische Gemeinden. Allein 33 Kirchen verschiedener Konfessionen arbeiten im Hamburger Arbeitskreis Christlicher Kirchen (ACKH) mit, und für die rund 120 000 Muslime der Stadt gibt es mehrere Dutzend Moschee-Gemeinden.

Vom Brunnen aus kann man die fünf Religionsgärten betreten. Durch ein orangerotes Tor führt ein Weg in den hinduistischen »Garten des Ewigen Lebens«. Eigentlich sind es drei We

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