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Sommervergnügen in Gaza

Kirche organisiert »Ferien« im abgeriegelten Krisengebiet
von Gabi Fröhlich vom 13.08.2010
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Eine Wasserbombe fliegt haarscharf an Pater Elias’ Gesicht vorbei. Der Geistliche nimmt es gelassen. Diese Art von Waffen ist vor der Kirche in Gaza erlaubt. Auf dem Pfarrhof herrscht vergnügtes Treiben, ein CD-Player schmettert arabische Lieder. Der Jugendtreff ist eine Idee der beiden argentinischen Missionare, die seit 2009 die Pfarrei Heilige Familie leiten. In den Sommerferien sind deren Angebote für viele junge Christen der einzige Ferienspaß in dem abgeriegelten Küstenstreifen. Fünfzig Mädchen und Jungen haben sich in Gruppen aufgeteilt. Die einen machen Tauziehen, andere bewerfen sich mit Wasserbomben, bis alle klatschnass sind. Von einer Wand der katholischen Grundschule aus überblickt das riesige Porträt des einstigen PLO-Führers Jassir Arafat das Geschehen. Der Freitagstreff der Jugend beginnt mit einem Gottesdienst, nachdem sich alle auf dem Hof ausgetobt haben. »Es tut gut, sich mit Gleichgesinnten auszutauschen«, sagt Saali. Die zwanzigjährige Studentin hat vor, in den Sommerferien für ihre Fortbildung einen Englischkurs des britischen Konsulats zu besuchen, um die Chancen auf einen Job zu erhöhen – in einer Zeit, da sechzig Prozent der Bewohner Gazas arbeitslos sind. »Verreisen können wir ja nicht.«

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