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Das Jahr Null

In Kambodscha geschah eines der brutalsten Menschheits- verbrechen der Neuzeit: In drei Jahren, acht Monaten und zwanzig Tagen tötete die Armee zwei Millionen Menschen
von Thomas Becker vom 15.08.2008
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Kambodscha, am 17. April 1975: Die Roten Khmer marschieren in der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh ein. Pol Pot, ein Verbrecher und Mörder, der sich »Bruder Nr. 1« nennt, steht an der Spitze des neuen Regimes. Die Armee der Roten Khmer, die hauptsächlich aus Kindersoldaten besteht, evakuiert binnen 48 Stunden ganze Städte. Familien werden auseinandergerissen und 3,5 Millionen Menschen zur Zwangsarbeit auf das Land deportiert. Das »Jahr null« beginnt: Privatbesitz fällt in die Hände des Staates, Fremdsprachen werden verboten, Radios konfisziert, Universitäten geschlossen, Religionen verboten, das Gesundheitssystem eliminiert, Geld entwertet, Geschäfte aufgelöst.

Bis 1979 riegeln die Roten Khmer das Land völlig von der Außenwelt ab. Unter dem Deckmantel einer kommunistischen Bauernrevolution begehen sie eines der brutalsten

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