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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2023
Der Inhalt:
Leben & Kultur

Afghanistan
Kunst im Verborgenen

Eine virtuelle Ausstellung zeigt Fotos und Gemälde afghanischer Kunstschaffender. Alle bleiben anonym - sonst könnte sie es das Leben kosten.
vom 30.06.2023
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Kontrapunkt voller Sehnsucht: Der afghanische Fotograf, der in der Ausstellung »Hidden Statement - Art in Afghanistan«« zu seinem Schutz »Jafar Images« genannt wird, zeigt Straßenszenen aus seinem Land, die Wehmut und Hoffnung transportieren (Foto: Courtesy Nassauischer Kunstverein Wiesbaden)
Kontrapunkt voller Sehnsucht: Der afghanische Fotograf, der in der Ausstellung »Hidden Statement - Art in Afghanistan«« zu seinem Schutz »Jafar Images« genannt wird, zeigt Straßenszenen aus seinem Land, die Wehmut und Hoffnung transportieren (Foto: Courtesy Nassauischer Kunstverein Wiesbaden)

Ausstellung. Ihre Namen zu nennen wäre lebensgefährlich. Deshalb zeigt der Nassauische Kunstverein Wiesbaden anonym die Werke von Künstlerinnen und Künstlern aus Afghanistan. Sie sollen geschützt und dennoch sichtbar sein. Denn in ihrer Heimat können sie seit der Machtübernahme der Taliban vor zwei Jahren nicht mehr ausstellen – und noch nicht einmal künstlerisch arbeiten. Etliche seien ausgepeitscht worden, nur weil das Gerücht umherging, sie hätten Kunst gemacht oder Kunst studiert, berichtet die Vereinsleiterin Elke Gruhn. Alle Künstlerinnen und Künstler, die das Land noch nicht verlassen haben, arbeiteten deshalb im Verborgenen, viele hätten ihr Lebensumfeld gewechselt, weil die früheren Nachbarn von ihrer Tätigkeit wussten. Aus Angst vor Folter oder zum Schutz ihrer Familien hätten manche Künstler ihre Werke sogar selbst zerstört.

Dieser Artikel stammt aus Publik-Forum 13/2023 vom 07.07.2023, Seite 54
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Die Ausstellung Hidden Statement zeigt aktuelle Fotografien, Zeichnungen und digitale Bildformate von acht Kunstschaffenden in einer virtuellen Ausstellung. Einer von ihnen ist »Jafar Images«, ein Fotograf aus Afghanistan. Er fängt das Leben auf den Straßen ein: ein Junge und ein verhülltes Mädchen vor einer weißen Backsteinwand voller Luftballons. Oder eine Frau, die ein seidiges Tuch ausschüttelt, das in diesem Moment wie ein Heißluftballon über ihr schwebt. Es sind zwei Bilder voller Leichtigkeit und Luftigkeit, Kontrapunkte zum beschwerlichen und gefährlichen Leben in Afghanistan unter dem Regime der Taliban. Wie alle Bilder dieser virtuellen Ausstellung kamen auch diese beiden über soziale Messengerdienste zum Nassauischen Kunstverein.

Von überall auf der Welt kann man nun auf dem Bildschirm den virtuellen Ausstellungsraum betreten und sich die Werke ansehen. Noch ist die Ausstellung im Prototyp-Modus zu sehen. Er soll noch verbessert werden und auf 200 Kunstschaffende erweitert werden. Ein Ende der Ausstellung ist nicht festgelegt: Sie soll so lange gezeigt werden, bis alle, die darin ihre Werke präsentieren, in Sicherheit sind.

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