Andreas Büttner

Andreas Büttner, parteiloser Antisemitismusbeauftragter des Landes Brandenburg, ist nach eigenen Angaben überrascht und erschüttert, dass ein Brand auf seinem Grundstück nicht ein von Sympathisanten der islamistischen Hamas begangener Anschlag war, sondern mutmaßlich von zwei engen Bekannten Büttners gelegt worden ist. »Ich hätte mir vieles vorstellen können, aber nicht das«, sagte Büttner dem Berliner Tagesspiegel.
Im Januar hatte nachts ein Schuppen auf dem Grundstück des 52-Jährigen gebrannt, auf die Tür des Wohnhauses war ein rotes Dreieck gesprüht, das Erkennungszeichen der Terror-Organisation Hamas. Zudem erhielt er Drohbriefe. Die Attacken schienen ihm und seinem Amt zu gelten: Andreas Büttner hatte sich mit der Linken überworfen, deren Mitglied er lange war; er warf der Partei vor, sich nicht genügend vom Antisemitismus mancher pro-palästinensischer Aktivisten zu distanzieren. Entsprechend groß war die Medien-Aufmerksamkeit nach dem vermeintlichen Anschlag, die Bild-Zeitung forderte ein härteres Vorgehen gegen angebliche Linksextremisten. Auch Publik-Forum porträtierte Büttner nach dem Anschlag und führte ein Gespräch mit ihm.
Nun allerdings stellt sich die Sachlage sehr anders dar. Recherchen des Tagesspiegels zufolge hat die Polizei die Wohnungen zweier Tatverdächtiger durchsucht, die gute Bekannte und auch Geschäftspartner Büttners sind. Eine Polizeistreife habe, so der Tagesspiegel, in der Tatnacht einen brennenden Maler-Overall und Handschuhe entdeckt – die Gegenstände habe einer der Verdächtigen in einem niedersächsischen Baumarkt gekauft. Auf den Drohbriefen seien DNA-Spuren eines Verdächtigen gefunden worden.

Gemeinsam mit den beiden jungen Leuten hatte Büttner 2023 eine Firma gegründet, die nach Angaben Büttners aber keine Geschäftstätigkeit entwickelt habe. Außerdem war er Schirmherr einer Initiative, in der sich die beiden federführend engagieren, um »Gedenkarbeit zu leisten, das historische Bewusstsein zu stärken und aktiv gegen Antisemitismus vorzugehen«, wie es auf der Homepage heißt. Beide Verdächtige sind politisch aktiv – dem »Spiegel« sagte Büttner, er kenne die beiden seit 2019, über einen Praktikanten in seinem Büro. Er habe sich als eine Art Onkel verstanden, der die beiden unterstützte.
Einige Wochen nach dem Anschlag hätten die beiden ihn gefragt, ob er mit nach Leipzig in die Oper wolle. Er habe Ja gesagt. Das Stück: der Fliegende Holländer von Richard Wagner.




Personen und Konflikte