Peanuts, Kohl und Entschädigung
Die Verhandlungen um die Entschädigung für die Zwangsarbeiter gehen in die letzte Phase. Das unwürdige Geschachere kommt damit endlich zu einem Ende. Doch die Betroffenen erhalten keine wirkliche Entschädigung, sondern nur einen symbolischen Betrag. Nun ist das immer noch besser als nichts. - Schließlich hat Politik viel mit Symbolik zu tun. Allerdings verlangen die Verhandlungsführer der Wirtschaft jetzt Rechtssicherheit für alle Firmen, also auch für die, die sich an dem Fonds gar nicht beteiligen. Damit wird die Entschädigung zu einem Schweigegeld. Außerdem sind im Vergleich zu den Maximalprofiten, die die beteiligten Unternehmen aus der Zwangsarbeit gewonnen haben, fünf Milliarden Mark lächerlich. Mehr aber will die Wirtschaft auf keinen Fall in den Fonds einzahlen. Und noch nicht einmal diese fünf Milliarden hat sie zusammen. Zu viele Unternehmen, die sich damals an dem guten Geschäft beteiligt haben, winken heute ab. Das liege an den knappen Kassen, behaupten die Verbandsvertreter. Aber wieso hat Helmut Kohl dann innerhalb kürzester Zeit über fünf Millionen Mark Spendengelder für die CDU zusammenbekommen? Ein Politiker, der permanent gegen das Parteiengesetz verstößt, wird wohlwollend empfangen, die Unternehmer sind sogar bereit, Geld zu spenden, um seinen Ruf wieder aufzupolieren. Bei berechtigten Ansprüchen von Zwangsarbeitern aber handeln die gleichen Leute wie auf einem Basar. Der Verweis auf die knappen Kassen wird damit zur Farce, die eigentlich nur eins zeigt: Viele Unternehmer nutzen das Recht zwar gern, wenn es ihre eigenen Interessen schützt, ansonsten aber lassen sie es links liegen.
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