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Schöpfungsbericht gegen den Strich gelesen

von Marie-Luise Habbel vom 10.03.2000
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Christel Beilmann
Eva, Maria, Erdenfrau
Der Verrat an den Frauen durch Kirchen und Theologen. Peter Hammer. 280 Seiten. 32,? DM

Eva und Maria, »die beiden Schicksalsfrauen der Christen«: Christel Beilmann, Jahrgang 1921, Mitbegründerin des BDKJ, unterwirft die Rezeption dieser zentralen religiösen Frauenfiguren einer kritischen Neulektüre. Um ein befreiendes Bild von Eva als »Mutter aller Lebendigen« zu entwerfen, wird der zweite Schöpfungsbericht gegen den Strich gelesen. Denn besonders dessen Weiterführung zu einer Erbsündenlehre trug bis weit in unser Jahrhundert hinein mit dazu bei, dass Frauen »in das männliche Herrschafts- und Machtsystem eingebunden sind als zweitrangige, dienende Menschen« - in Gesellschaft und Kirche. Maria wird zwischen den Polen »jüdische Mirjam« und »kirchlich-himmlische Maria« profiliert. Das schon im Titel anvisierte Bild einer lebensnahen »Erdenfrau« wird allerdings nicht eigens entworfen. Entlang den Spiegelungen zu Eva und Maria zeichnet es sich durch eine Reihe unterschiedlichster Zitate, leider nur ex negativo, ab. - Diesem ersten Teil des Buches folgt ein umfangreicher »Lesebuch«-Teil, der über Jahrzehnte gesammelte Texte zum Thema enthält - von Mary Daly bis zu Briefen aus der kfd-Zeitschrift »frau & mutter«, von Teresa von Avila bis zu Ida Raming. So wird das Buch zu einem Stück Frauen-Kirchen-Geschichte: engagiert, persönlich, manchmal sperrig, von der eigenen Geschichte gezeichnet, gerade darin herausfordernd für Jüngere und Ältere, für Frauen und Männer, aber auch für die Männer-Hierarchie der Kirche.

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